Accenture Life Trends 2023

Trends erfordern neue Szenarien

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© Accenture Life Trends
Eine neue Ära für Kreativität, Communitys und Datenschutz ist eingeläutet und das dank eines besseren Zugangs zu neuen Technologien. Die Accenture Life Trends 2023 wollen fünf globale Makrobewegungen im menschlichen Verhalten erkennen, die Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft im kommenden Jahr prägen werden.

Vom Lernen, in der Permakrise zu leben, über das zunehmende Streben nach Zugehörigkeit zu Online-Gemeinschaften bis hin zum Mangel an ideellen Benefits bei der Arbeit sowie der Nutzung neuer Technologien wie KI zur Steigerung der Kreativität – die Rahmenbedingungen des alltäglichen Lebens haben sich stark verändert. Dem Bericht zufolge wird dieser Wandel Unternehmen und Führungskräfte dazu drängen, in völlig neuen Szenarien zu agieren. In der Folge sollten sich Unternehmen und Führungskräfte auf Verschiebungen in den Geschäftsmodellen vorbereiten, die sich aus dem veränderten Kundenverhalten ergeben.

Über die Accenture Life Trends

Das globale Netzwerk von Designern, Kreativen, Technologen, Soziologen und Anthropologen von Accenture Song achtet kontinuierlich auf Signale und Trends. Zusätzlich wurden im Sommer 2022 Trend-Workshops an über 40 Orten weltweit durchgeführt und die besten Ideen der Redaktion vorgestellt. Über eine neue Online-Plattform wurden über 450 Impulse aus anderen Accenture Song-Communities gesammelt. Dabei wurden fast 4.000 Sätze an Text- und Audiodaten per NLP Algorithmus verarbeitet. Die so gewonnenen Trendthemen wurden daraufhin extern validiert. Zunächst wurden in Online-Fokusgruppen in sieben Märkten (Großbritannien, USA, Brasilien, China, Frankreich, Südafrika und Indien) mit insgesamt 587 Teilnehmern durchgeführt. Gefolgt von einer Online-Umfrage in 20 Ländern mit 14.500 Teilnehmern im Dezember 2022. In den letzten 15 Jahren wurden die Ergebnisse unter Fjord Trends veröffentlicht. Weitere Details.

I will survive

Permakrise und die menschliche Anpassungsfähigkeit. Wellen von Krisen, eine nach der anderen, haben den Alltag der Menschen verändert. Für die einen ist die Krise nichts Neues, für die anderen ist sie extrem destabilisierend. Die Reaktion der Menschen auf eine Krise ist letztendlich immer eine Anpassung. Da immer mehr Menschen Instabilität als Norm verinnerlichen, wird sich ihre Art und Weise der Anpassung darauf auswirken, was sie kaufen und wie sie Marken und ihre Arbeitgeber sehen - die Unternehmen müssen also bereit sein.

Doch die Menschen passen sich der Instabilität an, indem sie zwischen vier Reaktionen wechseln: Kampf, Flucht, Fokus und Erstarren.

Kämpfen: Die Menschen werden zunehmend ihre Stimme gegen Ungerechtigkeit erheben - in einigen Fällen, auch auf die Gefahr hin, dass dies erhebliche persönliche Kosten verursacht.

Flucht: Die Menschen werden nach alternativen Möglichkeiten suchen, einschließlich Umzug, Wechsel des Finanzsystems und Suche nach anderen digitalen Plattformen.

Fokus: Die Menschen werden damit fertig, indem sie sich auf das konzentrieren, was sie kontrollieren können.

Erstarren: Die Menschen schalten komplett ab.

I’m a believer

Dem Bericht zufolge grenzt die Leidenschaft mancher Kunden für eine Marke an eine emotionale Investition und schürt den Wunsch, die Marke zu einem Erfolg zu machen, der über den monetären Gewinn hinausgeht. Es wird erwartet, dass immer mehr Marken Produkte speziell aufgrund von Online-Communities entwickeln. Die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft ist ein Gefühl, das die Menschen schätzen, und die Technologie ermöglicht nun einen neuen Weg, Gemeinschaften zu fördern in denen Menschen zusammenkommen und etwas Sinnvolles aufbauen können. Sie ersetzt nicht die persönliche Verbindung - sie ist einfach ein anderer Weg.

As it was

Durch die Pandemie wurden die Menschen so plötzlich in die Enge ihres Zuhauses getrieben, dass keine Zeit blieb, eine Einrichtung für die Fernarbeit zu schaffen, die alle Aspekte der Arbeit abdeckt. In der Eile, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, fielen eine Reihe von immateriellen Elementen des Bürolebens durch die Maschen. Neben offensichtlichen Faktoren wie persönlichen Besprechungen geht auch die Kultur des Zufalls verloren - ungeplante Gespräche und zufällige Begegnungen, die oft Ideen hervorbringen und die dazu beitragen, karrierebestimmende Verbindungen aufzubauen. Ohne persönliches Engagement verlieren Unternehmen Mentoring, Innovation, Kultur und Integration. Die Rückkehr ins Büro ist noch kein Erfolg, und die Führungskräfte müssen beide Positionen berücksichtigen und ein für alle sinnvolles Modell entwerfen. Menschen, die weiterhin aus der Ferne arbeiten könnten, werden leicht bei Beförderungen oder Gelegenheiten übersehen, einfach weil sie nicht so sichtbar sind. Und viele von ihnen sind Eltern kleiner Kinder, für die es logistisch einfacher ist, zu Hause zu arbeiten.

OK, Creativity

KI als Kreativitäts-Tool für alle - Künstliche Intelligenz ist inzwischen für jeden Benutzer zugänglich und stellt ein neues Werkzeug für den kreativen Prozess dar. Mit einem Mal sind neuronale Netze weithin verfügbar, um Sprache, Bilder und Musik mit sehr wenig Aufwand oder Können zu erzeugen. Auch die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz kommen mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf den Markt. Angesichts dieser rasanten Entwicklung müssen sich Unternehmen mit der Frage beschäftigen, wie sie sich von der Masse hochwertiger KI-generierter Inhalte abheben können und wie sie KI nutzen können, um die Geschwindigkeit und Originalität von Innovationen zu verbessern.

Google hat bereits ein Proof-of-Concept-Papier für DreamFusion veröffentlicht, dass das Potenzial der KI aufzeigt, 3D-Objekte aus Text zu generieren, und Meta hat Make-A-Video auf den Markt gebracht, das aus ein paar Worten hochwertige Videos erstellt. Bald könnte die KI also tatsächlich ganze immersive Räume schaffen.

Signed, sealed, delivered

Eine Frage der Akzeptanz - Wir befinden uns mitten in einer digitalen Identitätskrise. Das muss jedem Unternehmen bewusst sein. Ein Wandel im Umgang mit personenbezogenen Daten ist daher überfällig. Bald schon könnten die Nutzenden die Kontrolle über ihre Daten zurückgewinnen – durch Digital Wallets. In Form digitaler Tokens enthalten diese Zahlungsmethoden, Identitätsnachweise, Kundenkarten und weitere Informationen. Das Entscheidende: Die Menschen können per Voreinstellung selbst darüber bestimmen, wie viele Daten sie mit einem Unternehmen teilen wollen. Dabei profitieren auch die Marken: Die freiwillig bereitgestellten First-Party-Daten könnten ein Ersatz für die Informationen sein, die Unternehmen zuvor mithilfe von Cookies erfasst haben.

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