Branche

Wer kennt die Trends für 2017?

Quelle: Rike / pixelio.de
Quelle: Rike / pixelio.de
In der Nachrichten-armen Zeit (gibt es die wirklich?) zwischen den Jahren wird immer gerne nach den Trends für das kommende Jahr gefragt. Diese sind häufig nicht viel anders als im Jahr zuvor. Aber es sind oft schöne Lesestücke. Und der Leser kann in sich gehen, ob er die Meinung der Experten teilt und überlegen, welche Schlüsse er daraus zieht. Wir haben auf eine Umfrage verzichtet, stellen aber zusammen, wer sich zum Thema Trends in Marketing und der Marktforschung geäußert hat.

Leonhard Murphy von Greenbook hat 40 (!) Branchenvertreter befragt und stellt deren Statement auch alle auf die Webseite. „I expect 2017 to be pretty much like 2016“, sagt detwa Kevin Gray, President, Cannon Gray LLC. Andere Fachleute, unter ihnen übrigens nur drei aus Deutschland, werfen die bekannten Stichworte wie Automatisierung oder Künstliche Intelligenz (AI) ins Rennen. Ein Aufwachen der Meinungsforschung wird vorhergesagt und viele sehen die primäre Datenerhebung in der Krise.



„Non-response bias and lack of respondent engagement are making it harder to obtain primary data”, sagt beispielsweise Todd Kaiser, Marketing Insights Strategist des amerikanischen Werber-Verbandes. Deutlich wird, das die Vorhersagen von dem Themengebiet geprägt sind, mit denen sich die Fachleute am besten auskennen. Rudy Nadilo, President, Dapresy North America, sieht eine Demokratisierung der Informationen und ein Bemühen um bessere Darstellung derselben: “One PPT report or presenting a single data ‚view‘ will be a thing of the past”.


Und die demokratisierten Insights werden oder sollten mit anderen im Unternehmen vorhandenen Daten verknüpft werden, damit die C-Ebene auch die richtigen Schlüsse daraus ziehen kann: „The way we used to operate…all answers contained in a survey of n = 1000 will not exist much longer“, vermutet Joel Rubinson, President, Rubinson Partners, Inc.

Einige Forscher, darunter auch Edward Appleton, Director Global Marketing, Happy Thinking People, sagen eine Renaissance der qualitativen Forschung bei gleichzeitiger Aufmerksamkeit auf neuen technischen Möglichkeiten voraus.

Natürlich dürfen auch die Stichworte Big Data, Artificial Intelligence und Mobile nicht fehlen. Murpy selber bezeichnet Automation und AI als „Game Changer“. Sie seien mehr als Buzz-Words, weil sie ineffiziente Prozesse schneller und billiger machen aber immer noch "gut genug" seien. Er sieht ebenfalls Qualitative Forschung als zukunftsträchtig vor allem angesichts der Debakel der Wahlforscher und er sieht immer mehr Möglichkeiten die unbewussten Anteile der Konsumenten-Meinung mit neuen technischen Möglichkeiten zu entdecken. Aber auch Simulationen, wie sie durch Virtual Reality möglich sind, sieht er im Kommen.

Die Prognosen der 40 internationalen Marktforscher

Ray Poynter, von New MR, hat sich bereits Mitte Dezember (wer ist der erste?) geäußert und seine fünf Trends ausgeführt: AI, implizite Methoden, Insights to Action und natürlich Automation. Dieses Buzz-Wort schein allerdings an Schrecken verloren zu haben. „At its best it will reduce costs, increase speed, and provide an opportunity to provide more evidence-based decision making.” Schlechtere Qualität durch Automatisierung erwarte er nur in Ausnahmen.  Fünf Trends von Ray Poynter


Noch mehr Trend-Auguren
  • Das Unternehmen J.Walther Thomson Intelligence hat sogar 100 Trends gefunden, diese allerdings für alle Gebiete aus Wirtschaft und Kultur. Dort finden sich auch so Entwicklungen wie Second Skin, um jünger auszusehen.
  • Millward Brown hat sich wie jedes Jahr zu Digital- und Medien-Trends für das Jahr 2017 geäußert. Sechs Trends wurden identifiziert.


Gartner
hat übrigens bereits im Oktober die strategischen Trends für den Bereich Technologie für 2017 ausgemacht und pünktlich zum 1. Januar die Marketing-Vorhersagen für das Jahr 2017: Expect the Unexpected. So glaubt Gartner, das Marken sich von mobilen Apps abwenden werden. Sie haben nicht die Erwartungen erfüllt, die in sie gesteckt wurden und seinen zu teuer, heißt es (dazu lesen Sie einen Beitrag im Heft 1/2017 von planung&analyse). Dies sei natürlich kein Pladoyer gegen mobile Marketing.

Werbetreibende werden mit Ad-Blocking 50 Prozent ihrer Ausgaben zum Fenster heraus werfen, glaubt Gartner. Im Handel wird Augmented Reality die Konsumenten begeistern und Künstliche Intelligenz wird vor allem von den großen digitalen Plattformen vorangetrieben und zur Interaktion mit den Konsumenten genutzt (siehe Titelthema in p&a 6/16). Die IT-Budgets des Marketings werden steigen, glaubt der amerikanische Marktforshcer. Ob dies zu Lasten der Marktforschungs-Budgets geht, weiß Gartner allerdings nicht. (hed)
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats