Umfrage zum Jahreswechsel 2017/2018

Heraus aus der Ecke der Getriebenen

Karsten John
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Karsten John
Marktforscher müssen sich von der Überzeugung verabschieden, die wichtigste Quelle für die Erhebung und Veröffentlichung von Daten zu sein, glaubt Karsten John, Managing Director der infas quo GmbH. Es gibt zahlreiche andere Datenquellen, die relevant sind. Dennoch gebe es keinen Grund sich bedroht zu fühlen. Wir müssen definieren, was unser Mehrwert ist.



Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen und die wichtigsten Themen, die die Branche im Jahr 2018 beschäftigen werden?

Wir müssen als Branche aus der Ecke der Getriebenen herauskommen. Viele Marktforscher fühlen sich heute bedroht: Von der Digitalisierung, von den großen Datensammler wie Google oder Facebook, von den Kunden, die alles schneller und billiger wollen und von der Welt mit all ihren Fake-News. Früher war nicht alles besser, nur anders. Wir müssen für uns definieren, was unser Mehrwert ist, und welche Rolle wir zukünftig spielen wollen. Das sollten wir schleunigst tun und selbst Agenda-Setting betreiben.




Wovon wird sich die Branche verabschieden müssen?
Die Marktforschung muss sich von der Überzeugung verabschieden, die wichtigste Quelle für die Erhebung und Veröffentlichung von Daten zu sein. Es gibt zahlreiche andere Datenquellen, die relevant sind. Wir als Marktforscher werden uns darauf konzentrieren müssen, valide und relevante Informationen zu liefern – für unsere Kunden, Stakeholder, die Öffentlichkeit und auch für die Menschen, von denen wir Informationen benötigen. Und wir werden lernen müssen, relevante Daten und glaubwürdige Informationen von unglaubwürdigen und falschen zu unterscheiden.


Was steht für Ihr Unternehmen im kommenden Jahr an?
Wir werden uns weiter entwickeln und weiter wachsen und spannende neue Verfahren testen. In einigen neuen Märkten werden wir definieren, wofür wir stehen und welchen Mehrwert wir Kunden bieten können. Wie sind Sie mit dem Jahr 2017 zufrieden? Was ist Ihnen besonders gut gelungen?
Wir sind sehr zufrieden, uns gibt es nun! Wir haben infas quo erfolgreich gegründet, unseren Anspruch, unsere Rolle und unsere Ziele definiert. Schöne Räumlichkeiten gefunden, tolle Mitarbeiter gewonnen und an spannenden Projekten gearbeitet. Und das war erst der Anfang, wir haben noch viele Pläne für 2018 und die weitere Zukunft.

Wie sieht die Marktforschung im Jahr 2030 aus?
Ich denke, wir werden eine sehr starke Differenzierung der Branche erleben. Es wird viele unterschiedliche Angebote und Institute mit spannenden neuen Ideen, Ansätzen und Möglichkeiten – analog und digital.

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