Schweiz

LINK Institut und GfK Switzerland kooperieren

Das Schweizer LINK Institut und GfK Switzerland kooperieren zum Nutzen der Kunden.
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Das Schweizer LINK Institut und GfK Switzerland kooperieren zum Nutzen der Kunden.
Das Schweizer LINK Institut und GfK Switzerland haben beschlossen, die jeweils eigenen Werbeeffizienz-Messsysteme in einer Kooperation zu vereinen. Auch die Daten aus den je eigenen Panels sollen projektbezogen gepoolt werden. Kunden erhalten so ein Gesamtbild zur Kampagneneffizienz in allen Online-Kanälen. Von Markus Knöpfli, HORIZONT Swiss


Grundlage der Bewertung von digitalen Werbekampagnen ist eine technische Messung, die aufgrund der Vielzahl an internetfähigen Geräten pro Person, der technischen Besonderheiten und den eingeschränkten Zugängen (bspw. Facebook) zunehmend komplex geworden ist. Diese Entwicklung steht im Spannungsfeld zur Tatsache, dass Online- und insbesondere auch Mobile-Buchungen in den Mediaplänen der Werbeauftraggeber immer stärker berücksichtigt werden. Die Forderung nach voller Transparenz hinsichtlich der Leistungsfähigkeit von Online-Kampagnen – über alle Geräte und Plattformen hinweg – erschallt somit immer lauter. Nicht zuletzt geht es dabei auch um viel Geld.


Rein projektbezogene Kooperation



Um diesem Marktbedürfnis gerecht zu werden, haben die beiden führenden Marktforschungsinstitute der Schweiz, GfK Switzerland und das LINK Institut, beschlossen, zukünftig Online-Kampagnen in der Schweiz innerhalb einer methodischen und auch operativen Kooperation gemeinsam zu messen. Das neue Angebot und das Messkonzept bauen auf den bewährten Erhebungssystemen der beiden Institute auf. Für die Werbekunden ergebe sich hieraus der Vorteil, "auf einen in Grösse und Qualität einzigartigen Datenpool mit mehr als 100.000 Panelteilnehmern zugreifen zu können", heisst es in einem Communiqué.


Wie Stefan Oglesby, CEO des LINK Institut, auf Anfrage von HORIZONT Swiss ausführte, wird es für das neue gemeinsame Angebot keine juristische eigene Form geben. Es wird also keine gemeinsame Tochterfirma gegründet. Man arbeite projektbezogen zusammen. Und die Daten aus den beiden Panels seien kompatibel genug, um zusammen geführt werden zu können, wobei im Einzelfall natürlich noch Detailinformationen nötig seien, sagte Oglesby. Wie der LINK-CEO weiter betonte, beschränkt sich die Zusammenarbeit allein auf den Bereich Online-Kampagnen.

Im Markt erzeugt die Kooperation gemischte Gefühle. Begrüssen Sie die Kooperation zwischen LINK und GfK Switzerland? Bedauern Sie sie? Diese Frage stellte HORIZONT Swiss verschiedenen Kunden der beiden Marktforschungsinstitute. Doch die meisten äusserten sich lieber nicht. Am ausführlichsten antworteten Wemf und Mediapulse. In einer gemeinsam formulierten Antwort halten die beiden Reichweitenforschungs-Organsiationen fest: "Kooperationen sind vor allem dann zu begrüssen, wenn sie auch zu Innovation und/oder Effizienzsteigerung führen. Inwiefern dies bei der aktuell angekündigten Kooperation erwartbar ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht abschätzen."

In der Schweiz haben die beiden Insitute Gewicht in der Branche und stellen auch je ein Mitglied im Vorstand des Verbandes Schweizer Markt- und Sozialforscher (VSMS). Präsidentin Susan Shaw beantwortete die Fragen von Horizont Swiss sehr knapp. Wenn man überhaupt von Antworten sprechen kann. Eine Gefährdung des Wettbewerbs wird nicht gesehen.
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