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Perry prangert Datenmüll an

Thomas Perry, Geschäftsführer von Agentur Q
Thomas Perry, Geschäftsführer von Agentur Q
In einer Kolumne für die Zeitschrift Cicero stößt Thomas Perry, Geschäftsführer der Agentur Q, eine Qualitätsdiskussion an. Er bezweifelt die Validität vieler Befragungsergebnisse und glaubt, dass es darüber hinaus manchmal an Repräsentativität mangelt.
In seiner Kritik an nichtssagenden oder fehlleitenden Umfragen beschreibt Perry zunächst, warum Daten, egal aus welcher Quelle, eine solche Macht ausüben können: „Sie gelten als das Gegenteil von bloßer Meinung, nämlich als Repräsentanten der Wirklichkeit, die durch Messungen entstehen, statt durch bloße Sinneseindrücke.“

Deshalb seien Daten aus Umfragen die Grundlage für Unternehmen wie Politiker, um Entscheidungen zu treffen, zum Teil sehr weitreichende Entscheidungen. Diese Macht könnten aber die Datenmacher verlieren, wenn die Daten immer häufiger keine oder fehlerhafte Grundlage haben.



Für solche fehlleitenden Studien nennt Perry Beispiele, es seien nur zwei von zahlreichen, wie er schreibt. Er nennt eine Studie, die die Aussage macht, zehn Prozent der deutschen Bevölkerung würden sich für Flüchtlinge vor Ort einsetzen. Man wisse aber nicht, was das bedeutet. Perry: „Meine Nachfrage beim DIW erbrachte auch keine Klarheit, denn der zuständige Forscher konnte nicht sagen, was die Befragten gemeint haben, als sie angaben, sich engagiert zu haben.“


Neben solchen Unklarheiten, die Perry als „Fiasko“ und als „Datenmüll“ bezeichnet, moniert er auch fehlende Belege für Messungen. Einige Anbieter reklamierten für sich Repräsentativität ihrer Daten, "ohne zu belegen, dass das stimmt". Hier nennt er ebenfalls Namen:

Die Verantwortung für diese Situation sieht er sowohl bei den Datenproduzenten als auch bei den Datennutzern. Es gebe keine Stiftung Warentest und keinen Verbraucherschutz für Datenverwender. Seine Befürchtung: „Daten-Spam und Datenmüll verkleistern die Wahrnehmung der Wirklichkeit.“ (hed)

>>Zu dem lesenswerten Artikel von Thomas Perry

Die Diskussion um Qualität hat auch schon auf planung&analyse begonnen:
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