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Schluss mit Schlangen

Wie schön, dass es Technik gibt und das Internet der Dinge demnächst die Schlangen abschaffen kann. Gemeint sind keine Reptilien, sondern Schlangen vor oder in Geschäften.

Sie werden sagen, die wurden doch bereits vor 25 Jahren mit dem Fall der Mauer abgeschafft. Das stimmt, aber denken Sie an Gründonnerstag im Supermarkt. Die Leute kaufen ein, als hätten die Geschäfts drei Wochen geschlossen. Oder geschäftsoffener Sonntag im Einkaufszentrum oder Schnäppchenangebote bei Media Markt? Ja, es gibt sie noch ab und zu: Die Schlangen vor der Kasse.



Damit ist jetzt Schluss, denn Online-Shopping ist nicht mehr nur zu Hause vor dem einsamen Bildschirm möglich. Auch im Laden kann man ganz für sich, ohne Kontakt zu Menschen online shoppen. Mit RFID-Codes ausgestattete Waren machen es möglich. Damit wird schon lange experimentiert. Bislang war deren Verwendung in Keksen und Milch zu teuer. Auf der Smart Cities Conference in Glasgow wurde das Thema virulent. Verknüpft mit Mobile Payment und eventuell Beacons kann Smartes Shoppen zum Alltag werden. Man sieht ein Kleid, probiert es an, bezahlt per Handy und verlässt den Laden ohne dass die Barrieren klingeln.


Smart Cities wie Glasgow gehen aber noch weiter. Sie haben bereits das gesamte kommunale Leben vernetzt: Transport, Gesundheitssystem, öffentliche Verwaltung… Das bietet zahlreiche Möglichkeiten und Anknüpfungspunkte für die Kommunikation. Digitale Werbeflächen sind natürlich schon vorhanden.

Glasgow geht somit noch einen erheblichen Schritt weiter als die Online City Wuppertal, die Online-Händlern eine stationäre Dependance bieten und stationären Händlern den Schritt ins Internet erleichtern will. An zentralen Orten in der Innenstadt sollen mehrere, zentrierte und in Zusammenhang gebrachte Shop-Stationen den Kunden erleichtern, sich über die online angebotenen Produkte zu informieren, sie zu probieren und zu bestellen. Ein Versuch, das Innenstadtsterben zu verzögern.

Vielleicht funktioniert es, wenn die Bundesregierung mit der digitalen Vernetzung - wie sie in der Digitalen Agenda versprochen wird – Ernst macht. Eine der Verheißungen: schnelles Internet für alle. Mindestens 50 Mbit/s sollen bis 2018 entstehen. Auch auf dem Land.

Deutschland hinkt auch in diesem Punkt der Entwicklung hinterher. Google hat gesterndie aufsehenerengende Technik Fiber Dial-Up vorgestellt. Damit können Nutzer ihre Internet-Geschwindigkeit drosseln, um endlich wieder mehr Zeit für sich und ihre Familie zu haben.

Das glauben Sie nicht? Stimmt, es war nur ein Aprilscherz. 

In diesem Sinne wünscht planung & analyse allen Lesern erholsame Ostern in Slow Motion.

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