Regionalgruppen

Top-Format des BVM

Der BVM hat die Beschäftigten in der Marktforschung gefragt, wie deren Interessen am besten zu vertreten sind. Die Regionalgruppen und deren Treffen vor Ort haben dabei besonders gut abgeschnitten. 15 Jahre lang hat Sven Dierks die Verbindung zum Vorstand hergestellt, seit einem Jahr hat Beate Waibel-Flanz diese Aufgabe übernommen. planung& analyse sprach mit den beiden über ihre Arbeit im BVM-Vorstand und wie sie die Interessen der Basis dort verankern.

Dr. Sven Dierks war der erste Sprecher des Regionalrats und hatte diese Position 15 Jahre bis November 2015 inne
Beate Waibel-Flanz ist seit November 2015 die neue Sprecherin des Regionalrats des BVM und damit kooptieres Vorstandsmitglied



Fotos: Frank Hempel, Clemens Dillmann

Ein Ergebnis der BVM-BEfragung in diesem Jahr war, dass die Regionalgruppen sehr beliebt und hoch geschätzt sind. Warum ist das so?
Beate Waibel-Flanz: In der Tat sind die Regionalgruppen das Topformat des BVM und wir sind sehr stolz auf diese Ergebnisse: 71 Prozent halten die Arbeit in den Regionalgruppen für sehr wichtig/ wichtig und diese wird mit 64 Prozent als sehr gut/gut bewertet. Mit dieser Qualitätszuschreibung nehmen die Regionalgruppen eine führende Position in der Studie ein. Dass das so ist, liegt an mehreren Faktoren: Pro Jahr werden 45 bis 50 Regionalabende bundesweit an zwölf Standorten durchgeführt. Das sind niederschwellige Angebote, die unseren Teilnehmern vor Ort neue Impulse für die eigene Arbeit geben. Zudem bieten sie die Möglichkeit zum fachlichen Diskurs und zum Networking. Mit diesem Format erreichen wir jährlich fast 1.500 Marktforscher. Damit ist es das reichweitenstärkste Format im Verband und unser Ohr an der Basis.


Wie identifizieren Sie Themen und geeignete Referenten für diese Regionalabende?
Sven Dierks: Die Impulse kommen von den Teilnehmern unserer Regionalabende. Eine weitere Inspirationsquelle sind die Themen, die im BVM-Vorstand und im BVMFachbeirat diskutiert werden: zum Beispiel Rechtssicherheit und Datenschutz. Dann bietet es sich an, einen Regionalabend zu diesem Thema vorzubereiten, um dafür zu sensibilisieren und zu informieren. Zu den identifizierten Themen laden wir Referenten aus Wirtschaft, Institutslandschaft und Wissenschaft ein.
Waibel-Flanz: Und natürlich spielen auch die 24 Regionalleiter eine große Rolle, die hoch engagiert sind, von ihrer eigenen Arbeit in Unternehmen, Instituten oder Beratung inspiriert werden. Damit sind die Themen auch aus der Praxis für die Praxis. Insgesamt legen wir großen Wert darauf, ein breites Spektrum anzubieten: vom Basiswissen zum Expertenthema, von marktforscherischen Kernthemen um neue, innovative Methoden bis hin zu spezielleren Themen wie Marktforschung in China oder auch Themen aus Schnittstellenbereichen mit Relevanz für die Marktforschung wie Design Thinking.

Was hat sich in den vergangenen 15 Jahren in den Regionen gewandelt?
Dierks: Regionalabende gibt es schon länger. Aber vor 15 Jahren entstand die Idee, die Regionalleitungen viel stärker in die Diskussionsprozesse des Verbandes einzubeziehen. Deshalb wurde der Regionalrat als Versammlung der Regionalleiter konstituiert. Aus dessen Reihen wird ein Sprecher gewählt, der dann gleichzeitig kooptiertes Vorstandsmitglied ist.

… der aber kein Stimmrecht hat?
Waibel-Flanz: Laut BVM-Satzung werden zwar die Regionalleiter von den Mitgliedern des BVM gewählt, aber eben nicht der Sprecher. Aber wir begegnen uns im Vorstand alle auf Augenhöhe und ich bringe mich aktiv ein. Wie zuvor auch Sven Dierks.

Welche Rolle spielt der Regionalratssprecher im Vorstand? Nehmen Sie so auch Einfluss auf die Politik des Verbandes?
Dierks: Der Regionalratssprecher ist in die Diskussionen integriert und nutzt alle Einflussmöglichkeiten. Während meiner Amtszeit wurde jede Entscheidung im Konsens getroffen. Die Zusammenarbeit ist natürlich keine Einbahnstraße: Der Regionalratssprecher trägt relevante Informationen aus dem Vorstand in die Regionalgruppen. Umgekehrt nehmen wir Dinge, die an der Basis relevant sind, auf und bringen sie im Vorstand und Fachbeirat zu Gehör. Zum Beispiel kam ein wichtiger Impuls zum Thema Qualität in der Marktforschung aus dem Regionalrat. Wir haben immer wieder Klagen gehört, dass das Qualitätsniveau von Studien aus verschiedensten Gründen sinkt. Diese Entwicklung ist vor allem vom Preisdruck getrieben. Diese Diskussion haben wir in den Vorstand und den Fachbeirat hineingetragen und der Diskussion dort einen weiteren Impuls gegeben.

Die Regionalgruppen des BVM (Bild: BVM)
Die Regionalgruppen des BVM (Bild: BVM)
Und welche Konsequenzen wurden aus dieser Diskussion gezogen?
Waibel-Flanz: Im Regionalrat hatten wir die Idee zu einem Qualitätssymposium, das Anfang 2017 stattfinden wird. Zentrales Thema wird der Transformationsprozess in unserer Branche sein. Wir werden die aus der traditionellen Marktforschung gewachsenen Qualitätsstandards aus den drei Perspektiven Unternehmen, Wissenschaft und Institute durch hochkarätige Referenten beleuchten. Zusätzlich werfen wir einen Blick in eine Branche, die uns schon einige Schritte voraus ist, was die Definition von Qualität in einem sich wandelnden Umfeld anbelangt. Natürlich sind im Vorstand und vor allem im Fachbeirat Qualitätsstandards und Qualitätsrichtlinien Kernthemen und dort bestens verortet.


DDie vollständige Fassung des Interviews ist erschienen
in Heft 5/16 von planung&analyse



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