Hintergrund

Raus aus dem SDAX, weg von der Börse - Nächste Schritte bei der GfK

Derzeitige Aktienverteilung bei der GfK SE
Derzeitige Aktienverteilung bei der GfK SE
Der KKR-Ableger kauft weitere Aktien und kommt zusammen mit dem GfK Verein auf über 95 Prozent der GfK-Anteile. Die Deutsche Börse wirft den Marktforscher aus dem SDAX. Squeeze out und Delisting könnten nächste Schritte sein. Wie geht es dann weiter?
Nachdem der Anteil der GfK-Aktien im Streubesitz unter 10 Prozent gesunken ist, hat die Deutsche Börse den Titel am späten Freitagabend aus dem Aktienindex SDAX gestrichen. Dies war ein vorhersehbarer Schritt, nachdem die Acceleratio Topco (eine Tochter des KKR-Ablegers) mit sechs Aktionären der GfK SE außerbörslich den Erwerb ihrer Aktien vereinbart hatte. Diese entsprechen einem Anteil von rund 10,81 Prozent an Grundkapital und Stimmrechten.

Demnach hält Acceleratio jetzt 40,2 Prozent, der GfK-Verein 56,46 Prozent an dem Unternehmen. Der Streubesitz liegt noch bei 3,4 Prozent. Damit erfüllt die Aktie nicht mehr die Bedingungen für den Aktienindex SDAX, deshalb die schnelle und kurzfristige Entscheidung der Deutschen Börse. Der SDAX ist ein Börsen-Index von 50 kleineren Unternehmen, den sogenannten Small Caps.

Squeezeout und Delistung wahrscheinlich
Der nächste logische Schritt für KKR ist der Squeezeout der verbliebenen GfK-Aktionäre. Das heißt, sie müssen zwangsweise an Acceleratio verkaufen. Dazu gäbe es derzeit keinen Beschluss, sagt ein Sprecher der GfK gegenüber planung&analyse. Es ist jedoch ein logischer Schritt, passt in die Vorgehensweise des Investors und wurde bereits bei Ankündigung der Kooperation mit KKR von Übergangsvorstand Gerhard Hausruckinger angedeutet.



Wenn dies erfolgt ist, kann die Aktie auch von der Börse genommen werden. Ein solches Delisting hat Vorteile für den neuen Eigentümer. Er spart die Kosten für die Börsennotierung und es müssen keine öffentlichen, teuren und eventuell aufmerksamkeitsstarke Hauptversammlungen mehr abgehalten werden. Die Vorankündigung der für den 18. Mai in der Fürther Stadthalle vorgesehenen Hauptversammlung trägt bereits den Hinweis „wird verschoben“. Dafür dürfte dann eine kleinere Räumlichkeit reichen. Insgesamt sinkt die Transparenz für die Öffentlichkeit durch all diese Vorgänge.
 
Nächste Schritte
Der nächste Schritt wird die neue Aufstellung des Aufsichtsrates sein. Im vergangenen Jahr wurden nach langer Abstinenz zwei Vertreter des Hauptaktionärs GfK Verein in das Gremium aufgenommen: Ralf Klein-Bölting und Raimund Wildner. Damit begann die Umstrukturierung des Marktforschers. Laut dem Kooperationsvertrag zwischen GfK Verein und KKR soll - obwohl die Anteile von KKR niedriger sind - der Einflussbereich in diesem Gremium paritätisch sein. Von den zehn Mitgliedern des Aufsichtsrates sind vier Arbeitnehmervertreter und demnach könnten KKR und Verein je drei Mitglieder dorthin senden, die ihre Interessen vertreten.


Mitte vergangener Woche hat der neue Vorstandsvorsitzende Peter Feld seine Tätigkeit begonnen. Er hatte in den letzten drei Jahren bei einem anderen Unternehmen, bei dem KKR eingestiegen war, die operative Verantwortung übernommen, bei WMF in Geislingen. Es ist daher zu erwarten, dass strukturelle Veränderungen bei der GfK jetzt vorbereitet werden. Was das sein wird, darüber kann man derzeit nur spekulieren. (hed)
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