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Health-Systeme auf dem Prüfstand

Gesundheitssystem im Check
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Gesundheitssystem im Check
Über das Gesundheitssystem eines Landes kann man lange streiten. Das zeigt nicht nur Obama Care in den USA. Auch hierzulande gibt es recht unterscheidliche Auffassungen darüber. Wieviel darf den Bürgern zugemutet werden? Wer soll das bezahlen? Wieviel Transparenz ist nötig? Pharma und Health gehört zu den Bereichen wo der digitale Nachholbedarf am größten ist. Das hat natürlich auch etwas mit dem nötigen Datenschutz zu tun. Alles Fragestellungen, die sich erforschen lassen.
Egal wie die deutsche Bundesregierung – ob große Koalition oder Minderheitsregierung – irgendwann aussehen wird, eine Bürgerversicherung, in der alle Deutschen nach gleichem Masstab versicherungspflichtig sind und eine Basisversorgung sichergestellt ist, wird es wohl in absehbarer Zeit nicht geben. Dabei hatte die SPD lange Zeit eine grundlegende Reform des Gesundheitssystems als eine Bedingung für Verhandlungen gestellt. Versicherungen wie Ärzte sind skeptisch, die Bürger eher positiv gestimmt. Auf die Frage: Soll die Trennung in private und gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland aufgehoben werden? antworten in einer Umfrage von Civey 47 Prozent mit „ja auf jeden Fall“ und 17 Prozent mit „eher ja“ (über 90.000 Antworten, Stichprobe über 5000). Was die Qualität des deutschen Gesundheitssystems anbelangt, rangiert Deutschland jedenfalls nicht an oberster Stelle, so zeigen internationale Studien. Eine Untersuchung von The Commonwealth Fund, einer amerikanischen Stiftung, die die Performance von verschiedenen Gesundheitssystemen vergleicht, schob Deutschland auf Platz 8 von 11 Plätzen. Auf dem letzten Platz rangieren die USA. Die Spitzenreiter unter den Ländern der Studie des Commonwealth Fund sind Großbritannien, Australien und die Niederlande. Untersucht wurden fünf Kriterien: Care Process, Access, administrative Effizienz, Equity und Health Care Outcomes. Die Studie fußt auf bevölkerungsrepräsentativen Befragungen über mehrere Jahre hinweg sowie medizinische und finanziellen Daten der Gesundheitssysteme. Lediglich beim Punkt Access konnte für Deutschland ein guter Rang erreicht werden. Darunter wird verstanden wie erschwinglich medizinische Leistungen sind und wie schnell sie erreichbar ist.

Beim Euro Health Consumer Index wird seit 2005 das Gesundheitssystem in 35 europäischen Ländern analysiert. Zugrunde liegen hier objektive Daten wie Wartezeiten auf Termine, ob für einen Arztbesuch, einen Operation oder eine Transplantation, die Situation von pathogenen Keimen in Krankenhäusern oder von Diabetikern. Aber auch die Effizienz im Vergleich zu den Kosten und ebenfalls Befragungen werden in die Berechnungen mit einbezogen. Spitzenplätze im Euro Health Consumer Index belegen die Niederlande, die Schweiz und Norwegen. Deutschland landet aktuell (2016) auf Platz 7. Im Jahr 2012 rutschte Deutschland überraschend auf Listenplatz 14 von Platz 6 im Jahr 2009. Dies wurde von den Studienmachern auf einen Artefakt zurückgeführt: der deutschen Neigung zum Murren. „Das heißt, dass die tatsächliche Verschlechterung der traditionell ausgezeichneten Zugänglichkeit der Gesundheitsversorgung weniger gravierend war als von der Öffentlichkeit wahrgenommen“, beschreibt die Studie die Situation.

Pflege in Deutschland ist noch nicht optimal

Dass es Verbesserungsbedarf im Gesundheitssystem gibt, belegen nicht nur internationale Studien. Psyma hat gerade für den Deutschen Pflegetag eine Nullmessung der Situation der Pflege in Deutschland durchgeführt. Danach sehen sich professionell Pflegende wenig wertgeschätzt. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen und auch die jüngsten Reformen des Pflegegesetzes werden eher negativ beurteilt. 65 Prozent der Befragten (über 2000 Pflegende, Betroffene und mit der Pflege Beschäftigte) sehen die Qualität der Pflegeversorgung gefährdet.

Diese Bedenken teilt auch die Bevölkerung. Laut einer Umfrage (n=2032) von YouGov Deutschland im Auftrag von Swiss Life Select befürchten 77 Prozent der Deutschen, die gesetzliche Pflegeversicherung werde für den eigenen Pflegefall nicht ausreichen. Das Versicherungsunternehmen empfiehlt daraufhin eine private Pflegeversicherung.

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