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Engagement für Umfragen sichern

Warum nehmen Menschen an Umfragen teil?
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Warum nehmen Menschen an Umfragen teil?
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Luke Sehmer, Senior Research Director bei Research Now, hat über die Blogbeiträge von Research Now reflektiert, die er im vergangenen Jahr gelesen und zum Teil geschrieben hat. Eines der größeren Themen war, wie Best Practices bei Umfragen gefördert werden kann. Dieses Thema kommt gemeinsam mit anderen heißen Topics immer wieder auf. Demnach scheint es ihm angebracht, das Design von Umfragen noch einmal unters Mikroskop zu legen. Hier sind seine Top-Tipps für einen erfolgreichen Fragebogen.
Fokus auf die Forschungsziele. Klar definierte Forschungsziele sind ein essenzieller Startpunkt für eine erfolgreiche Studie. Sind sie nicht klar definiert, kann die Forschung am Ziel vorbeischießen oder schlichtweg keine nützlichen Insights liefern. Der erste Schritt bei der Formulierung von Forschungszielen besteht darin, festzulegen, was wirklich wichtig ist. Was müssen wir wissen, um den Weg zu besseren Geschäftsentscheidungen zu ebnen? Wenn wir uns diese Frage in der Phase des Fragebogen-Designs stellen, sollten wir uns nicht darauf beschränken, was wir vor Studienbeginn für wichtig gehalten haben, sondern vielmehr darauf achten, was wirklich wichtig ist.
Die andere Schlüsselüberlegung im Zusammenhang mit den Zielen ist die Frage, mit wem wir eigentlich sprechen sollten. Wir müssen sicherstellen, dass die richtigen Personen interviewt werden. Wir müssen in unseren Qualifizierungs-Kriterien genau sein und dafür sorgen, dass der Pfad zum Probanden gut definiert ist. Eine sorgfältige Qualifizierung von Umfrageteilnehmern, das Survey Screening, ist ein notwendiger Schritt, um die Datenqualität zu gewährleisten. Füllt eine falsche Person den Fragebogen aus, gibt sie wahrscheinlich verwirrte, irreführende Antworten.

Wie denkt der Befragte? Eine der goldenen Regeln jedes guten Umfrage-Designs ist es, sich selbst in die Rolle des Befragungsteilnehmers hineinzuversetzen – das gilt besonders bei Fragebögen, die selbstständig ausgefüllt werden. Die Umfrageteilnehmer müssen verstehen, was sie gefragt werden, um ehrliche Antworten geben zu können. Ein engagierter Teilnehmer ist aufmerksam und gewissenhaft – was zu richtigen und bedachten Antworten führt, und somit letztlich eine bessere Datenqualität bewirkt.
Themenrelevanz, die wiederum mit einem angemessenen Screening erreicht wird, führt zu Engagement bei der Umfrage. Außerdem gehört ein gutes Panel-Management mit einer angemessenen Incentivierung dazu und schließlich eine gut geschriebene Umfrage. Die Bemühungen von Panelbetreibern in der Rekrutierung, Regulierung und Incentivierung ihrer Mitglieder können durch eine mangelhafte Umfrage zunichte gemacht werden.
Research Now verwendet eine Vielzahl verschiedener Ansätze zur Rekrutierung und Incentivierung, wodurch wir repräsentative, Non-Probability Panel Assets entwickeln und aufrechterhalten können. Dadurch wird die Vielschichtigkeit der Bevölkerung eines Landes eingefangen und eine skalierbare Ressource, die Nischengruppen einschließt, geboten. Allerdings zeigt die Forschung unseres Panels, dass fast 60 Prozent der Teilnehmer wegen der Belohnung an Umfragen teilnehmen. Das Incentive beziehungsweise der Anreiz wird und sollte nicht die ganze Arbeit machen.

„Warum Menschen an Befragungen teilnehmen ... 12 Prozent füllen gerne Umfragen aus und 58 Prozent freuen sich auf die angebotene Belohnung am Ende der Befragung“
Studienergebnis Research Now
Ist Ihre Umfrage mobile-fit? Lassen Sie sich nicht von der Word-Version der Umfrage täuschen. Als Interviews noch Face-to-Face durchgeführt wurden, konnten wir genau prüfen, was sowohl Interviewer als auch Interviewte sehen. Auf eine Online-Umfrage trifft das allerdings nicht mehr zu. So vielfältig wie der Zugang der Menschen zum Internet ist auch die Herangehensweise an den Fragebogen. Das macht deutlich, wie wichtig Device Agnostic für das Umfrage-Design ist – damit meine ich, dass wir sicherstellen müssen, dass eine Umfrage auf allen Geräten abgeschlossen werden kann, konsistent ist und eine gute Gesamterfahrung für den Befragten bietet.

Für eine optimale Umfrage sollte:
  •  Beim Design schon im Voraus Zeit investiert werden; der Fokus sollte hierbei auf der Zielsetzung liegen.
  •  Wir können es nicht als selbstverständlich ansehen, dass Umfrageteilnehmer engagiert sind, aber nur ein engagierter Teilnehmer ist ein gewissenhafter.
  •  Die Entscheidungen, die wir zum Design eines Fragebogens treffen, werden die Daten, die wir sammeln, beeinflussen; ein Sample wird nicht repräsentativ sein, wenn die Umfrage nicht von verschiedenen Geräten genutzt werden kann.
Ein letzter Rat zum Umfrage-Design, welcher mir in meiner Laufbahn stets gute Dienste geleistet hat, ist: Testen, Testen, Testen! Testen Sie die Umfrage selbst auf verschiedenen Geräten und lassen Sie diese von jemand anderem testen, und wenn Sie sich trotzdem noch nicht sicher sind, dann führen Sie eine Pilotstudie durch, bevor Sie die Studie vollständig starten.

Der Autor
Luke Sehmer
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Luke Sehmer
 

Luke Sehmer ist Senior Research Director bei Research Now. Der Experte für Umfrage-Design hat eine Leidenschaft für die wirtschaftliche Anwendung von Marktforschung und Best Practices der Forschung. Begonnen hat Luke seine Karriere bei Synovate (inzwischen Ipsos).


 
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in planung&analyse 2/2017
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