LZ Retailytics

Ein Navigator für den Handel

LZ Retailytics auf allen Devices
LZ Retailytics
LZ Retailytics auf allen Devices
Ein neuer Player tritt in den Markt für Handelsinformationen ein. Mit LZ Retailytics hat die dfv Mediengruppe eine digitale Plattform zur Transparenz des europäischen Lebensmittelhandels auf den Markt gebracht. Ein Tool für Marktforscher und Marketer. planung&analyse sprach mit dem Head des Unternehmens, Björn Weber.
Was kann die Branche von LZ Retailytics erwarten?
Wir haben umfassende quantitative und qualitative Einblicke in die größten 150 Lebensmittel-Handelsunternehmen und ihre nahezu 1.000 Vertriebslinien in den 40 Ländern Europas zusammengestellt. Es gibt also nicht nur historische Daten, sondern auch Prognosen, die von unseren Analysten aufgrund der Recherche und der umfassenden Marktkenntnis gemacht werden. Neben den Zahlen steckt in dem Portal ganz viel Analyse und Bewertung der Strategien der Unternehmen. Die Analysten schreiben täglich News und Kommentare und sammeln darüber hinaus zahlreiche Marktinformationen über die Händler, um die Datenbank updaten zu können. Es werden die wichtigsten Parameter wie Anzahl der Verkaufsstellen, der Kassen, die Verkaufsfläche und andere erhoben und unsere Maschine errechnet daraus wunderbare KPI wie flächenbereinigtes Umsatzwachstum, Umsatz pro Kasse oder pro Quadratmeter Verkaufsfläche.

Das klingt kompliziert. Braucht man eine ausführliche Schulung, um das Tool zu bedienen?
Nein. Jeder kann das Portal sofort bedienen. Mit Stolz hören wir von ersten Test-Anwendern, dass wir das nutzerfreundlichste Marktforschungsprodukt geschaffen haben, das sie je gesehen haben. Neben der Nutzerfreundlichkeit ist die wichtigste Eigenschaft des Produktes, dass es auch auf Mobilgeräten voll einsetzbar ist, sogar auf Smartphones.
Björn Weber
Björn Weber
Thomas Fedra
leitet   LZ Retailytics. Bis Ende 2014 war er unter anderem Deutschlandchef der Londoner Analysten-Gruppe Planet Retail, zuvor Redakteur bei der Lebensmittel Zeitung.
Das Tool dient somit der Demokratisierung der Marktforschung?
So könnte man es vielleicht sagen. Aber auch dem betrieblichen Marktforscher bietet das Produkt viele Möglichkeiten. Der Reportbuilder spuckt bearbeitbare Excel-Tabellen und Powerpoint-Präsentationen aus, welche sich die Nutzer innerhalb von wenigen Minuten selbst konfigurieren können. Wir haben auch diese Dokumente radikal auf Nutzerfreundlichkeit optimiert. So lassen sich zum Beispiel bei den Excel-Reports die Hierarchien der Spalten sehr einfach vorab bestimmen. Auch das Excel-Sheet selbst folgt allen Regeln der Nutzerfreundlichkeit, was die Scrollbarkeit und die Sicht auf die Datenbezeichner betrifft. Wir liefern auch stets zwei Worksheets aus, wobei das eine die Sicht auf die Daten auf der Ebene der ausgewählten Vertriebslinien und das andere die gleichen Datenpunkte auf Ebene der Handelsunternehmen zeigt.  

Wer ist die Zielgruppe des Produktes?
Der Lebensmittelhandel sowie alle seine Lieferanten und Dienstleister wie Unternehmen der Immobilienbranche, Technologieanbieter, Ladenbauer, Vertreter aus Banken und viele mehr. Da sehen wir einiges an Potenzial – und zwar weltweit.

Aber die Daten sind nur aus dem Lebensmittelhandel?
Ein Handelsunternehmen wird von uns berücksichtigt, wenn es im Wesentlichen mit Lebensmitteln oder anderen Konsumgütern handelt. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, dann wird es mit allen Vertriebslinien aufgenommen, also auch mit seinen Baumärkten, seinen E-Bike-Stores oder seinem Sportausstatter.

Und warum nur für Europa?
Wir sehen es als Vorteil, dass wir uns auf Europa spezialisieren. Wir haben hier ein Top-Team europäischer Handelsexperten zusammengestellt. Und die beschränken sich auf das, was sie gut können. Wenn wir jetzt auch Malaysia anbieten würden, könnten wir das im Moment nicht in dieser hohen Qualität garantieren. Das Interessante an Europa ist ja, dass der französische Handel komplett anders tickt als der deutsche oder britische. Man muss sich nur Phänomene wie den Online-Handel mit Lebensmitteln, die Rolle von Genossenschaften oder die Bedeutung von Eigenmarken ansehen. Für diejenigen, die die Internationalisierung ganz oben auf der Agenda stehen haben, gehört ein tiefes Verständnis der Handelsstruktur ihrer Nachbarländer in Europa dazu. Da wollen wir die Unternehmen unterstützen, ihre Wurst, ihr Bier oder ihren Sekt auch aus eigener Kraft im europäischen Ausland anzubieten.

Und wenn ein Kunde trotz der Bedienungsfreundlichkeit noch Fragen hat?
Die Analystengruppe, die wir aufgebaut haben, wird neben der Aufgabe, das Portal aufzubauen und zu pflegen, ein zweites Standbein haben. Das sind Workshops, Trainings, Seminare, Advisory-Projekte. Also, unsere Analysten sind auch „mietbar“.

Kann man einzelne Informationen für ein Land einmalig kaufen?
Wir bieten einige Reports kostenlos an, um zu zeigen, was man mit dem Tool alles machen kann. Es wird einen kostenfreien Testzugang mit Daten von Carrefour und dem französischen Markt geben. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Unternehmen der Branche den vollen Zugang zu unserem Portal haben wollen, wenn sie sehen, was sie in ihrer täglichen Arbeit damit machen können. Langfristigen Zugang zu dem Portal zu haben, ist sinnvoll, weil sich die Märkte so schnell verändern: Fusionen finden statt, neue Vertriebsmodelle werden ausprobiert. Es ist viel Bewegung im Markt und wir können das zeitnah reflektieren.

Wie häufig wird das Tool aktualisiert?
Die Analysten arbeiten täglich an den Daten. Wenn sie etwas verändern, wird es redigiert – wir haben eine mehrstufige Qualitätskontrolle – und dann veröffentlicht, und dann sind die Daten für alle Nutzer sofort live verfügbar. Alle Reports werden immer mit den Daten in Echtzeit aus der Datenbank gezogen. Zusätzlich gibt es eine 8000 Instore-Fotos von nahezu allen Vertriebslinien in allen Ländern, die von uns beobachtet werden.

Es gibt bereits Datenbanken mit Handelsdaten. Was macht LZ Retailytics anders?
Unsere Daten werden nicht in Billiglohnländern oder von Hilfskräften erfasst und bewegt, sondern von den Branchenexperten. Diese haben auch schon bei anderen Unternehmen dieser Branche bewiesen, dass sie das können. Wir starten also von Anfang an mit einem kompetenten Team. Daten, Prognosen, Kommentare, SWOT-Analysen. Das wird alles von neun Analysten durchgeführt, die als Team zwölf europäische Sprachen sprechen. Sie können somit Marktinformationen auch in anderen Sprachen als Englisch aufnehmen. Und wir unterstützen die Branche, indem wir alles einheitlich, genormt und in englischer Sprache wieder ausgeben. Wir haben uns bewusst für Englisch entschieden, um in den Unternehmen der Branche auch die internationalen Teams in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Eine kleine Revolution ist, dass die gesamte Anwendung inklusive des Reportbuilders und der Store-Fotos, aber auch die Erstellung von Excel- und Powerpoint-Reports, auf allen mobilen Endgeräten mit iOS und Android läuft und das bei hoher Performance. Fluid Responsiveness ist das Zauberwort. Die Oberfläche passt sich automatisch und nahtlos an alle Bildschirmgrößen an. Das ist das erste Produkt in diesem Marktumfeld mit dieser Eigenschaft und wir hatten die Heavy-User von Mobilgeräten als Zielgruppe vor Augen.

Die dfv Mediengruppe, in der auch planung&analyse erscheint, ist ja ein Medienhaus und eigentlich kein Marktforschungsunternehmen. Wie kam es zu der Entscheidung?
Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass die Verknüpfung der hochwertigen Nachrichten aus unserem Hause, ihre Interpretation und die übersichtliche Darstellung und Nutzbarmachung der Daten für die Branche großen Sinn macht. Wir wollen so etwas wie der DB-Navigator der Lebensmittel-Branche sein. Dass man mal schnell die neuesten Daten nachschauen kann, um sich auf Präsentationen oder Verhandlungen besser vorbereiten zu können oder um in einer Verhandlung oder im Konfliktfall mit dem Geschäftspartner gemeinsam eine verlässliche und unabhängige Datengrundlage auf den Tisch legen zu können.

Herr Weber, wir danken für das Gespräch.

Online-Forschung, Social Media Sowie Pharma und Healthcare sind Themen in planung&analyse 3/2017
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Auszüge aus einem Interview erschienen in planung&analyse 3/2017 zum Inhalt | zur Bestellung


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