Kongress vom rheingold salon

„Muss ich arbeiten, oder darf ich träumen?“

Ines Imdahl und Jens Lönneker hatten in den rheingold salon geladen
rheingold salon
Ines Imdahl und Jens Lönneker hatten in den rheingold salon geladen

Was passiert, wenn wir uns über unsere Arbeit nicht mehr definieren können, weil die Maschinen übernehmen? Diese Frage stellte Jens Lönnecker, Geschäftsführer des rheingold salon zu Beginn des Kongresses „Digital Me. Digital Be.“. Und Richard David Precht, Philosoph und Autor, gab am Abend eine Antwort darauf: „Menschen müssen nicht mehr für wenig Geld blöde Arbeit machen. Ein alter Menschheitstraum geht in Erfüllung.“ Dies jedoch wird nicht reibungs- und verlustlos geschehen. Arbeitsplätze werden verloren gehen. Soviel steht fest. 

Notwendig sein wird dann eine Sinnstiftung jenseits der Arbeit. Die jüngeren Generation hat diese wohl schon gefunden, sie möchte berühmt werden. „Vor zehn Jahren haben noch 14 Prozent der jungen Generation diesen Wunsch geäußert, heute sind es 30 Prozent“, berichtet Lönnecker von seinen Studien.

Bevor es soweit ist, zählt die Anzahl der Likes und der Follower auf sozialen Medien. Um dieses Phänomen zu verstehen und um sich mit seinen Produkten, Marken und der Kommunikation darauf einstellen zu können, haben Jens Lönnecker und Ines Imdahl, ebenfalls Geschäftsführerin des rheingold salon (zum Firmenprofil im mafonavigator >>), einiges aufgefahren für ihre rund 150 Besucher aus der deutschen Markenartikel-Industrie.




Funktionen rund um das Produkt verschmelzen


Philipp Westermeyer von den Online Marketing Rockstars berichtet, wie es ihm gelingt, 30.000 Menschen zu einem Digitalkongress zu locken. Und er zeigt auch erfolgreiche Strategien zur Digitalisierung von Dienstleistungen und Produkten auf. „Alle Funktionen rund um das Produkt müssen verschmelzen“, fordert er. Warum haben in den USA mehr Menschen ein Amazon Prime Konto haben? Weil dieser Service das Payment erleichtert, aber vor allem einen Zugang zu einem eigenen Videokanal gibt. Suchmaschinenoptimierung ist da übrigens nur noch ein  Hygienefaktor. 

Um das Phänomen Instagram zu verstehen, hat Anja Köhler, Senior Projektleitern bei rheingold salon, von ihren zahlreichen Followern berichtet und deutlich gemacht, das  Instagram ein Jahrmarkt der Eitelkeiten und ein Medium für die heile Welt ist. Unter #Trump findet man hier kein politisches Statement, sondern die neuen Schuhe von Präsidentengattin Melania. 

Tilman Imdahl (14), Sohn von Lönnecker und Imdahl, führt das Publikum 30+ gekonnt in die Welt der YouTuber ein. Was ist angesagt, welche Formate gibt es, was schauen Mädchen, was machen Jungs? 

Was begeistert an Influencer

Schließlich zeigte Charles Bahr (15), wie die Menschen der GenZ wirklich ticken und wie Influencer bei ihnen ankoppeln. 

Ines Imdahl hilft dem Publikum sich aus dem Digital-Rausch zu befreien. „Digital Hit oder Digital Shit“ heißt ihr Part im Programm und sie berichtet aus den Tiefeninterviews, wie Menschen digitale Werbung oft erleben. „Die hält immer nur auf und stört.“ Und Targeting wird von manchem Nutzern als Werbestalking empfunden. Die Gegenstrategie: „Ich bekomme immer Fußballwerbung, weil ich ein Mann bin. Ich kann Fußball nicht ausstehen. Da habe ich aus Frack mal Yogurette gegoogelt, um den Algorithmus zu verwirren,“ berichtet ein Teilnehmer einer Gruppe bei den Qualitativen Interviews. Imdahls Learnings: auch im digitalen gelten für gute Werbung dieselben Regeln. Humor und Witz, Unvorhergesehenes, gutes Storytelling, große und kleine Geschichten des täglichen Lebens.

Werbung für eine digitale Welt

Monika Schulze, Global Head of Customer and Digital Experience bei der Zürich Versicherung, zeigt auf, dass auch in einer zahlen-getriebenen Branche wie der Versicherungswirtschaft solche Werbung wirken kann. Um den Turnaround im Denken zu schaffen, braucht es schließlich nicht nur ein tiefes Verständnis des Kunden, sondern auch des internen Stakeholders. Emotionale Werbung für Versicherungsprodukte konnte Schulze erst durchsetzen, nachdem sie den CEO mit dem Spot „Rette deinen Schneemann“ überzeugt hatte. Schließlich braucht es kein digitales Marketing, sondern nur ein Marketing in einer digitalen Welt.

Das kompakte und umfassende Programm gab den Gästen im rheingold salon reichlich Input, um die Digitalstrategie für ihre Marke zu überdenken, um die junge Generation zu verstehen.

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