Geschäftsjahr 2017

Ipsos investiert in Video-Technologie

Didier Truchot, Ipsos CEO
Didier Truchot, Ipsos CEO
Die Verwendung von Videos in der Marktforschung gilt für Ipsos als ein Zukunftsmarkt. Deshalb investiert das französische Unternehmen in eine britische Firma mit diesem Angebot. Der Umsatz von Ipsos lag im Jahr 2017 auf dem Vorjahresniveau.
Ipsos investiert 3 Millionen GBP in Big Sofa Technologies Group plc und bekommt dafür 20 Prozent des erweitert ausgegebenen Stammkapitals. Big Sofa wird am AIM-Markt der London Stock Exchange gehandelt und ist ein schnell wachsender internationaler Anbieter von Videoanalysen für die Marktforschung. Big Sofa und Ipsos arbeiten seit mehr als zwei Jahren zusammen. Im April 2017 wurde bereits ein Master Service Agreements formuliert.

Big Sofa will das Geld in seine Videoanalyse-Plattform und Technologie-Infrastruktur investieren. Geplant ist die Entwicklung neuartiger Analysemethoden, die "den Kontext und das Verhalten der Verbraucher miteinander verknüpfen und so einen höheren Mehrwert für die Kunden schaffen". Laurence Stoclet, Group Chief Financial Officer bei Ipsos, wird in den Verwaltungsrat von Big Sofa berufen.

Didier Truchot, Chairman und CEO von Ipsos, kommentiert die Verabredung so: "Ipsos investiert in Technologien, von denen wir glauben, dass sie das Potenzial haben, nicht nur den Markt der Verbraucherforschung, in dem wir tätig sind, sondern auch andere Sektoren disruptiv zu verändern.“ Die Verwendung visueller Daten sieht er als einen solchen Zukunftsmarkt.

Vor wenigen Tagen hat das Unternehmen auch seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 vorgelegt. Ipsos erzielte einen Umsatz von 1,78 Milliarden Euro und lag damit auf dem Niveau des Jahres 2016. Die Wechselkurse haben sich im zweiten Jahr in Folge negativ ausgewirkt (-2,1 Prozent in diesem Jahr), was vor allem auf die Abschwächung des US-Dollars und des Britischen Pfunds gegenüber dem Euro zurückzuführen ist, heißt es in einer Mitteilung. Die Schwellenländer – die mittlerweile ein Drittel des Geschäftes ausmachen – entwickelten sich gut und wuchsen um 4,6 Prozent, während die entwickelten Länder nur um 1,4 Prozent wuchsen. Der angepasste Netto-Gewinn von Ipsos liegt bei 127,4 Millionen Euro, das war ein Plus von 4,7 Prozent.

2017 ergab ein gemischtes Bild: Stagnation in den ersten 6 Monaten und ein starkes Wachstum von 4,4 Prozent in der zweiten Jahreshälfte. Die Trends im Jahr 2017 waren ähnlich wie im Jahr zuvor. Vor allem die 17 neuen Dienste unter der Überschrift "New Way" entwickelten sich gut und wuchsen um 17 Prozent. „Das Wachstum von Ipsos ist ganz oder fast vollständig auf die Implementierung dieser neuen Services zurückzuführen“, heißt es in der Mitteilung des Marktforschers. „Diese neuen Dienste gleichen die Trägheit anderer Dienste aus.“

 



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