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Filme zeigen das wahre Leben

Hochzeitsfeier, Geburtstagsparty, Eheberatung für Marken. Auf dem Esomar-Kongress Global Qualitative 2016 ging es doch recht familiär zu. Und das mit 200 Teilnehmern. planung&analyse berichtet von vor Ort.

Ein roter Faden durch den ersten Tag des Kongresses waren Videos. Etliche Vorträge arbeiten mit Filmen, ob als Methode oder zur Präsentation. Richtig zum Thema gemacht haben das zwei britische Forscher von Join the Dots. „Information is static, stories are dynamic.“ Sie motivierten das Publikum in einem Miniworkshop darüber nachzudenken, wie Videos in den Forschungsprojekts eingebunden werden können.




Um der Zukunft des Luxus auf die Spur zu kommen, haben Northstar und Jaguar einen Club gegründet. Das Forschungsteam hat sich den 20 Probanden, die weltweit rekrutiert wurden per Video vorgestellt und die Ergebnisse der Interviews wurden ebenfalls direkt nach den Treffen festgehalten. So wurden etwa auf der Autofahrt ganz frische Erfahrungen, unverfälscht in die Kamera erzählt. Wie ticken die Menschen, die den Land Rover der Zukunft kaufen wollen?


Die Agentur Q aus Mannheim konnte ihren Kunden Anheuser-Busch InBev überzeugen, mit den Probanden in die Kneipe zu gehen. So erleben Produktmanager, dass die Menschen am Tresen nicht etwa ihre gut gepflegten Marken verlangen, sondern einfach „ein Bier bestellen“. 386 Videos wurden in diesen Situationen gedreht und es ging der Brauerei vor allem um die Generation Z. Marco Gruhn berichtete, wie die Insights direkt gewinnbringend umgesetzt wurden. Junge Leute mögen Musik und Musikfestivals. Brauereien sponsern solche Veranstaltungen und auf dem Gelände darf nur die eine Marke verkauft werden. Aber wie sieht es auf dem Campingplatz aus? Junge Leute sind auch knapp bei Kasse und kaufen sich im Vorfeld palettenweise billiges Bier. Mit dem Angebot bereits vor dem Festival Bier zu bestellen, das dann auf dem Gelände bequem angeliefert wurde, konnte Becks alleine bei Rock am Ring 26.000 Büchsen Bier zusätzlich verkaufen.

Tief in das Leben von Menschen taucht auch das Institut the Sound Research ein. Sie suchen und finden Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die Subkulturen bilden, Konsumverweigerer sind, wo die Geschlechterrollen verschwimmen - Leute, die sich einfach anders fühlen und nicht dem Mainstream entsprechen. Warum macht man hier Research? An den Rändern findet der Forscher Inspiration, kommt auf neue Ideen, wird offen. Die Tipps der Vortragenden: „ask questions, be curious“ und immer filmen!(hed)

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