IIex-Kongress

Eisberge in Amsterdam

Im Bears von Berlagen tagt die IIex Europe bereits zum vierten Mal
Foto: planung&analyse
Im Bears von Berlagen tagt die IIex Europe bereits zum vierten Mal
Lustige Anzeigen, Eisberge und Trump. Das waren die Erfolgsfaktoren für viele Vorträge auf der IIex. Auch am zweiten Tag hatten wieder technikaffine Nachwuchsforscher das Wort. In drei Sessions wurden neue Methoden vorgestellt und diskutiert. Auch deutsche Protagonisten stehen auf der Bühne.
Oliver Spitzer, Managing Director von september Strategie & Forschung, berichtet von seinem Lieblingszitat: „Emotionen? Das ist was für meine Frau.“ Das Zitat stammt von einem Kunden und ist zwei Jahre alt. „Und heute spricht jeder von Emotionen,“ fährt Spitzer fort und stellt das Modell heartfacts vor, das mit 20 Parametern Emotionen von Menschen, die etwa gerade eine Anzeige sehen, misst und die Insights danach mit Tiefeninterviews verfestigt (siehe Artikel in planung&analyse 1/17).

Jonathan Kurfess hat seine App Appinio vorgestellt. Das Startup positioniert sich jetzt als ideale Ergänzung für Institute und Unternehmen, die die Millenials erreichen wollen. Vor zwei Jahren wollte Kurfess noch die Marktforschung insgesamt revolutionieren. Die Community, die er mittlerweile seinen Kunden auch mit einer Schnittstelle zur Verfügung stellt, funktioniere inzwischen auch ohne externe Surveys, weil die Kunden einfach Spaß an den Fragen und am Austausch von Meinungen hätten. Die App werde 3,5 Mal am Tag geöffnet. So sammelt Appinio 500.000 Meinungen am Tag und kann ein spitzes Targeting anbieten.



Nicht mehr ganz so jung und wild ist das Unternehmen YouGov. Aber Holger Geißler, Head of Research Deutschland, gelingt es deutlich zu machen, dass Real-Time-Research nicht nur mit jungen Wilden möglich ist. Seine Tipps: Sich auf das wirklich Nötige besinnen, Standard-Fragen verwenden und dann den Kunden möglichst früh in den Prozess einbinden, ihm Zugang zum Dashboard zu geben, ihn mit den Ergebnissen experimentieren lassen, frühzeitig Ergebnisse herausrücken und Tendenzen aufzeigen.


Jonathan T. Mall, Gründer und CEO Neuroflash, stellte seine Methode Neuro-Flash vor, die mit Priming, über Preference zu Purchase führen will. Schließlich erläutert Matthias Wirth, Head of Sales and Marketing von The Neuromarketing Labs, wie mit Hirnstrom-Messung die Wirkung der Werbung evaluiert werden kann.

In parallelen Sessions wurden ebenfalls über schnelle und tiefe Marktforschung diskutiert. Den Award der Konferenz erhält delvv.io. Das Unternehmen aus Südafrika hat eine Community mit professionellen Werbern aufgebaut, die Rückmeldung für Kreation im Entwicklungsstadium gibt (http://delvv.io/).

Insgesamt ein Event mit viel Input zum Nachdenken und Nachlesen. (hed)

Bericht von IILEX Tag 1: Affen stellen keine Fragen >>
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