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Eine neue Kultur von Insights

Bild: pixabay.com
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Am Abend vor der Research & Results Messe in München lädt die DGOF zu einer Research Plus in München ein. Rund 80 Marktforscher besuchen das Treffen im Couch Club und hören sich im schummrigen Halbdunkel die neuesten Entwicklungen in der Bilderkennung, der Befragungstechnik, der Insight-Gewinnung an.

Zu Weihnachten kommt Galvin. Der mit künstlicher Intelligenz arbeitende Chatbot soll Unternehmen helfen die wohlsortierten und gut angelegten Insights aus Studien jederzeit griffbereit zu haben.  Dies berichtet Tom de Ruyck von InSites Consulting eigentlich nur nebenbei. Das Helferlein braucht allerdings ein Knowledge-Management im Hintergrund um gezielt arbeiten zu können. Des Weiteren lässt de Ruyck Einblicke in den Umgang mit Insights aus seiner Sicht zu und appelliert: "Let's kill Power Point". Um die Erkenntnisse aus Marktforschungsstudien beim Gegenüber, dem Marketeer wirklich anzubringen, braucht es andere Techniken. "We want a new culture of insights".



Ebenfalls mit KI arbeitet Ipsos bei der Bilderkennung. Millionen Fotos von Instagram erzählen eine ganz andere Geschichte als die Unternehmen in Ihren eigenen Veröffentlichungen, so berichtet Robert Lindner. Zum Beispiel bei Ikea. Das Möbelhaus zeigt wie schön Ordnung sein kann, die User - zumindest die von Instagram- stellen Familienfotos und einen Teller mit Köttbuller ins Netz, wenn sie bei Ikea sind.


Trotz neuer Erhebungsmethoden, der Kern des Forschers ist die Befragung. Seit Jahren lautet das Mantra, besonders der Onlineforscher, die Befragungen müssen kürzer werden. Thomas Eberl von Kantar TNS erklärt einige Techniken, wie man aus einer Befragung von einer Dreiviertelstunde 5 bis 10 Minuten Einheiten bekommt, die man hinterher wieder fusioniert.

Zum Abschluss wenden sich Thomas Methner von Iglo und Stefan Hertl von Happy Thinking People noch mit einer Polemik an das Publikum. "Steht der Konsument wirklich im Mittelpunkt unserer Forschung" fragen die beiden und appellieren endlich wieder die richtigen Fragen zu stellen? "Die Kunst ist nicht zu verstehen, was die Leute sagen, sondern zu verstehen, was die Leute nicht sagen", sagt Thomas Methner.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Bernd Batinic, der seit 20 Jahren online-Forschung betreibt und die erste online-Befragung in Deutschland durchgeführt hat. Inzwischen, so hat dieser Abend in München gezeigt, sind Online-Forscher einfach forscher. (Hed)
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