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A bis Z Dialoge droht Insolvenz

Timor Distler und Lydia Jeske
© A bis Z Dialoge
Timor Distler und Lydia Jeske
Ulmer Anbieter von Telefoninterviews versucht Insolvenz abzuwenden. Der Geschäftsbetrieb läuft derzeit ohne Einschränkung weiter. Suche nach Partnern. 

„Wir sind derzeit nicht zahlungsunfähig, sondern haben angesichts der Geschäftsentwicklung vorsorglich einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.“ Timor Distler und Lydia Jeske, die Geschäftsführer der A bis Z Dialoge, einem Marktforschungsinstitut, das auf Telefoninterviews spezialisiert ist, prüfen derzeit gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter, ob ein maßgeblicher Grund für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorliegt. Außerdem sind sie mit potenziellen Partnern im Gespräch.

„Der Geschäftsbetrieb läuft derzeit ohne Einschränkung weiter“, betont Distler. „Unsere Kunden und Geschäftspartner können sich weiterhin auf die qualitätsgesicherte und professionelle Abwicklung ihrer Projekte verlassen.“




Das Unternehmen A bis Z Dialoge wurde im Mai 2016 in Ulm gegründet. Distler und Jeske waren zuvor lange Jahre bei der abs marktforschung tätig. Nach dem Tod des Geschäftsführers Stefan Ströhle konnte dieses Unternehmen aus rechtlichen Gründen allerdings nicht von den beiden fortgeführt werden, deshalb wagten sie einen Neuanfang mit A bis Z Dialoge.


Trotz personeller Kontinuität gibt es jedoch einen wesentlichen Unterschied: Während abs marktforschung vorwiegend mit freiberuflichen Interviewern gearbeitet hat, beschäftigt A bis Z Dialoge angestellte Telefoninterviewer. Dadurch sind die Kosten höher und bleiben auch bei geringer Auslastung konstant. „Wir sind einfach nicht mehr so flexibel“, sagt Distler im Gespräch mit planung&analyse.

Wie kam es zu der Entscheidung? Verschiedene Wettbewerber mit ähnlicher Vorgehensweise wurden zu hohen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen verdonnert, weil festgestellt wurde, dass die Interviewer nur für einen Arbeitgeber arbeiten, also scheinselbständig waren. Da dieser Vorgang sehr unterschiedlich bewertet wird, wollten Distler und Jeske sicher gehen und haben ein sauberes Geschäftsmodell aufgebaut. Ein zweites Versprechen von A bis Z Dialoge war, das nur von Deutschland aus telefoniert wurde, um die Qualität zu gewährleisten.

Diese Qualitätskriterien werden in einem hoch kompetitiven Markt offensichtlich nicht anerkannt.

Neben der Telefonmarktforschung, bietet A bis Z Dialoge in Kooperation auch Direktmarketing und Kundenzufriedenheitsforschung an. Geplant war zudem eine Zweigstelle in Berlin für die internationale Telefonie.

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