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Automatisierte Daten besser nutzen

Der Marketing Club Frankfurt beschäftigte sich gestern in einer Veranstaltung mit Prognose-Tools. Als Gast war Dunja Riehemann eingeladen, zuständig für Marketing und PR bei Blue Yonder. Sie erlaubte einen Blick in die Möglichkeiten von Predictive Applications.
 
Wer will nicht im Voraus wissen, was Kunden wollen. Dazu reicht es nicht, die Abverkaufsdaten der Vergangenheit zu betrachten. Um wirkliche Voraussagen für Unternehmen machen zu können, braucht es eine Prognosesoftware. Mit Predictive Applications, also vorausschauender Software, können automatisierte Entscheidungen auf Basis historischer und aktueller Daten getroffen werden, um Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten. Dabei wird mit künstlicher Intelligenz und selbstlernenden Algorithmen die Schnelligkeit und Präzision der Prognose und somit der Entscheidungen permanent optimiert. Blue Yonder sagt 99,9 Prozent der Geschäftsprozesse lassen sich voraussagen.
 
Riehemann macht das anhand einiger Beispiele deutlich. Im Lebensmittelhandel liegt der Nutzen auf der Hand. Gerade im Frischebereich, bei Obst und Gemüse oder in der Fleischabteilung spielen zahlreiche Elemente, wie Wetter oder Sportveranstaltungen eine Rolle für den Absatz. Mit intelligenter Software kann die Ware punktgenau und mit weniger Überschuss geordert werden. Händler wie Kaisers Tengelmann oder Kaufland arbeiten mit solchen Instrumenten.
 
Aber auch aus ganz anderen Feldern gibt es Anwendungsmöglichkeiten. So etwa Versicherungen, deren Kunden individuelle Tarife bekommen, Katalogversender, die den Versand der Produkte besser steuern können, dynamische Preisgestaltung, die den Online-Kunden das Gefühl gibt, das Angebot gelte nur für sie persönlich und vieles Andere.
 
Entscheidungen, die früher langsam, selten oder ad hoc getroffen wurden, können jetzt kontinuierlich getroffen und effizienter gesteuert werden, beschreibt Riehemann den Nutzen und sie glaubt „wer sich dem Thema Digitalisierung nicht stellt, verliert am Markt. Das trifft vermutlich auf 20 Prozent der Marktführer aus allen Branchen zu“.
 
Die Fragen sowie die Gespräche im Nachgang der Veranstaltung zeigen, dass solche Prognose-Tools durchaus für die Mitglieder des Marketing Clubs eine interessante Sichtweise sind. (p&a)
 



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