55. Kongress des BVM

Branchenaustausch auf der virtuellen Bühne

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Die drei Besten aus den Pecha-Kucha-Vorträgen diskutieren: Nadja Böhme (Factworks), Anton Kozka (Happy Thinking People) und Gerhard Keim (Point Blank).
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Die drei Besten aus den Pecha-Kucha-Vorträgen diskutieren: Nadja Böhme (Factworks), Anton Kozka (Happy Thinking People) und Gerhard Keim (Point Blank).
Im vergangenen Jahr musste der BVM-Kongress wegen Corona ausfallen, in diesem Jahr wurde er in den virtuellen Raum verlegt. Weit über 100 Teilnehmer aus der Markt- und Sozialforschung sind mit dabei. Tag 1 bot eine Diskussion rund um Personas vs. Segments und die Vergabe der Preise der Deutschen Marktforschung.

Wie gelingt es trotz der Pluralisierung des Lebensstils, homogene Konsumentengruppen für die Forschung zu identifizieren? Dies war die Fragestellung des BVM-Kongresses in diesem Jahr. Außerdem wurde wieder der Preis der Deutschen Marktforschung verliehen: an zwei junge Forscher, eine Forschungsgruppe bestehend aus der Deutschen Bahn, rc consulting und Pfad und an die BVM-Regionalgruppen. 


Die erste Sprecherin des Tages, Andrea Römmerle, Professor of Communication in Politics and Civil Society an der Hertie School in Berlin, eröffnete den ersten Kongresstag zunächst mit einer Keynote zur politischen Spaltung der Gesellschaft und wie diese überwunden werden kann. So sei die Marktforschung hier besonders wichtig, um trotz aller Spaltung ein verbindendes Element und somit eine gemeinsame Basis zu finden, sowie den Grad der Spaltung und der Polarisierung der Debatte zu messen. Zudem sei eine gewisse Streitkultur, die auf Fakten basiert und nicht persönlich wird, wichtig für die Demokratie, da es ohne Streit keine Lösung geben kann.

Welche Fehler es bei der Segmentierung zu vermeiden gibt, erklärte der Zweite Redner des Tages Christian Schulze, Associate Professor für Marketing an der Frankfurt School of Finance & Management. Die drei häufigsten Fehler bei der Segmentierung sieht Schulze: 1. Anstelle an der Lösung eines Konsumenten-Problems zu arbeiten soll dieser ein Produkt kaufen. 2. Die mühevoll erhobenen Daten sind am Ende häufig zu abstrakt und landen in der Schublade. 3. Wollen Unternehmen häufig zu viel ändern, wollen und sich aber nicht festlegen.

Gelungene Segmentierung blieb auch bei Sören Scholz, CEO für Products & Methods bei Interrogare das Thema. Er stellte die wichtigsten Do’s für eine gelungene Segmentierung vor und wie man diese erfolgreich implementieren kann.

Der Mittag wurde mit einer Reihe Kurzvorträge nach dem Pecha-Kucha-Prinzip eingeläutet. Sieben Redner hatten hier die Möglichkeit, mit einer Kurzpräsentation bestehend aus 20 Folien á 20 Sekunden Redezeit einen Rundumblick in ihre Interpretation des Themas „Personas vs. Segments“ zu geben. Das Publikum entschied über die die besten Vorträge und anschließend diskutierte der Moderator noch eine Stunde mit Nadja Böhme (Factworks), Anton Kozka (Happy Thinking People) und Gerhard Keim (Point Blank) über die Wichtigkeit und Unterschiede von Segment zu Persona.

Beendet wurde Tag 1 mit der Verleihung der zahlreichen Auszeichnungen, die der BVM zu vergeben hat. Unter anderem wurde der Nachwuchsforscherpreis in der Kategorie Masterarbeit und Dissertation verliehen. Beide Preisträger hatten Gelegenheit ihre Arbeiten vorzustellen.

Nachwuchsforscher BVM/VMÖ/vsms - Preisträger 2021
Die Preisträgerin in der Kategorie Masterarbeit

Anne Zeh, M. Sc., Management Trainee bei Vodafone Düsseldorf, für ihre Arbeit „Ethische Konsequenzen von algorithmischer Verzerrung im Marketing“

Der Preisträger in der Kategorie Dissertation


Dr. Jochen Hartmann
, Postdoctoraler Researcher an der Fakultät für Betriebswirtschaft der Universität Hamburg, für seine Arbeit „Machine Learning Methods for Data-Driven Marketing“


Der Innovationspreis 2021 ging in diesem Jahr an den DB CX-Impact Simulator, der gemeinsam von der Deutschen Bahn, der rc-research & consulting GmbH und dem Institut für angewandte Datenanalyse GmbH entwickelt wurde. 

Als Preis für besonderes Engagement in der Marktforschung wurde in diesem Jahr die Regionalgruppen des BVM geehrt. Diese haben laut Frank Knapp, Vorsitzender des BVM in der Corona-Zeit „über den einen oder anderen Abend hinweg geholfen“, indem sie sich als „überregionale“ Abende aufgestellt haben und deutlich mehr Zuhörer als vor der Pandemie angesprochen haben. Die Vergabe dieser letzten Auszeichnung fand im Rahmen eines Bier-Tastings beim Mafo-Event-Profi Mo’Web statt.

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