20 Jahre eye square

Aufmerksamkeit gewinnen ist das Ziel

Michael Schießl, Gründer von eye square
© Mathias Krupna CREATECREATE
Michael Schießl, Gründer von eye square
Sein Jubiläum feiert eye square mit der Memex 2019, einem Event mit inspirierendem Input. Es geht um Werbewirkung mit Second Screen, um Marken mit Stimme, um Usability und um Transformation in Unternehmen. Mit dabei sind auch Kunst und Kultur.

Michael Schießl, Gründer und Geschäftsführer von eye square, berichtet über das Wunder der Aufmerksamkeit. Es stimmt, 60 Prozent der Werbung, gerade im Netz, erhält nur eine Sekunde unserer Aufmerksamkeit, aber wir können eine Milliarde Impulse in der Sekunde aufnehmen und auch erinnern. Wesentlich ist es also, einen Werbespot gerade zu Beginn so zu gestalten, dass er auch in kürzesten Zeitleisten Recognition bewirkt. Gute Laune führt etwa beim Betrachter dazu, dass der Blick länger und intensiver ist und man eher große Zusammenhänge erkennt.



Neben Schießl bekamen Kunden und Kollegen die Gelegenheit, das Motto Aufmerksamkeit zu interpretieren. Heiko Schulz von der Techniker Krankenkasse berichtet über einen Transformationsprozess der internen Marktforschung: von einer Abteilung mit langen Projektzeiten und vielen Einzelaufträgen, die intern kaum beachtet wurden, hin zu einer Abteilung, die dem Vorstand eine evidenzbasierte Grundlage für komplexe Entscheidungen liefert. So wurde ein Methodenkoffer entwickelt, der ein kontinuierliches Bild von CX, Meinung sowie Marke liefert, und zwar schnell und agil. Storyboards für neue Kampagnen werden im eigenen Studio getestet und die Ergebnisse schnell umgesetzt.

Memex 2019: Das Geschenk der Aufmerksamkeit


Christine Möller (Head of Customer Research Central & Southern Europe, eBay) und Justin Hwa (Senior Lead Product Manager, General Manager – catch.app, eBay) schildern die Herausforderung, Aufmerksamkeit von jungen Konsumenten für einen neuen Online-Shop zu bekommen. Angefangen vom Namen, dem Sortiment, der Darbietung, alles wurde hier mit der Zielgruppe getestet. Diese Überprüfung wird weitergeführt, denn die Generation Z fordert den permanenten Wandel.

Jekaterina Cechini, Head of eCommerce and Sales Innovations bei den Berliner Verkehrsbetriebe BVG, zeigt, wie man mit Weglassen die Aufmerksamkeit erhöhen kann. Angefangen von der Webseite für den Abo-Antrag, über die App für den Fahrplan bis zur App für alle Berliner Verkehrsangebote Jelbi, alle Seiten wurden konsequent verschlankt. Das meist genutzte Angebot dient als Default-Einstellung und alle ablenkenden Elemente werden weggelassen. Ergebnis: Die Conversion könnte um bis zu 60 Prozent gesteigert werden.


Jacques Blanchard aus Frankreich stellt eine umfangreiche Studie vor, die explizit und implizite Forschung verbindet.

Mathias Rolfes (Creative Director Digital, MetaDesign) weiß, wie eine Stimme zum Markenerlebnis werden kann. In einer umfangreichen Studie wurden Marken zunächst in Personas verwandelt und bekamen dann eine Persönlichkeit und eine Stimme. Und zwar aus der Sicht der Nutzer.

Susann Szukalski, Senior Research Consultant bei eye square, stellt schließlich eine Studie vor, die gemeinsam mit Facebook durchgeführt wurde: Wie verteilt sich beim abendlichen Fernsehschauen die Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Screeens. 94 Prozent der Befragten haben ihr Smartphone in der Nähe, wenn sie vor dem Fernseher sitzen und  nutzen es auch. Die Studie wurde in sechs Ländern durchgeführt, 544 Haushalte wurden besucht. Dabei wurden beide Screens, der große vom TV und der kleine vom Smartphone, per Eyetracking untersucht.

Schließlich zeigte Pablo Neder, Co-Founder & CEO von The Ringsight, wie Zauberer die Aufmerksamkeit bannen aber auch ablenken und wie das durch gutes Storytelling ebenfalls geschehen sollte.

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