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Die Newsline der HORIZONT-Chefredaktion


Donnerstag, 07. Mai 2020

 
Horizont Die Woche

Volker Schütz

 
 

Liebe Leserinnen und Leser

 
 
AOK-Markenchef Steve Plesker
AOK
es ist in diesen Zeiten immer gut, wenn sich Marketingchefs nicht hinter Controllern verkriechen und die Rotstift-Politik verteidigen, sondern proaktiv Business anstoßen und das machen, was eigentlich ihr Job ist: ein Produkt, eine Marke groß zu machen. Vor einigen Wochen hatte Volker Weinlein, CMO von Katjes
International, in einem Video-Interview mit dem Statement "Wir investieren auch in Krisenzeiten in Marketing" auf HORIZONT Online, aber auch in sozialen Plattformen wie LinkedIn für reichlich Furore gesorgt: Endlich jemand, der antizyklische Kommunikation praktisch betreibt und nicht nur theoretisch schönredet. Mit Steve Plesker, Geschäftsführer Markt und Produkte beim AOK Bundesverband, dürfte Weinlein einen einflussreichen Gesinnungsgenossen gefunden haben. "Wir sind fest davon überzeugt, dass der Markt Neugeschäft braucht, weil derzeit viele Budgets eingefroren oder storniert werden", so die klare Plesker-Ansage. Gleich drei große Aufträge schreibt der Dachverband der 11 bundesweiten AOK-Organisationen turnusgemäß europaweit aus. Die AOK-Strategie ist - auch - eine ziemlich pragmatische Antwort auf die Frage, die Agenturen wie Auftraggeber derzeit umtreibt. Gehören Werbeagenturen ausgerechnet in Corona-Zeiten auf den Prüfstand? Anders gesagt: Sollen Unternehmen ausgerechnet jetzt pitchen lassen? Mein Kollege Mehrdad Amirkhizi hat den Diskussionsstand akribisch aufgeschrieben. Tenor: Wenn Kunden nicht ganz bewusst die heikle Situation für viele Agenturen ausnutzen, sind Pitches vollkommen in Ordnung. Finde ich auch, denn bei jedem Pitch geht’s um Business. Und die gesamte Branche braucht Business jetzt, nicht erst in der Nach-Corona-Zeit. → Jetzt im E-Paper lesen

Corona führt endlich zu einer Digitalisierung Deutschlands. So ungefähr lautet eine Kernaussage, auf die sich derzeit alle, wirklich alle, einigen können. Bei den Online-Vermarktern ist diese frohe Botschaft noch nicht angekommen. Klaus Janke beschreibt in der aktuellen HORIZONT die Stimmungslage in der Digital-Werbeszene. Bis zu 25 Prozent hatten Werbungtreibende im Katastrophen-Monat März ihre Digitalspendings reduziert. Allmählich geht es wieder aufwärts. "Es wird besser, aber noch nicht gut", formuliert Andrea Malgara, Geschäftsführer der Mediaplus-Gruppe, die Stimmungslage. → Jetzt im E-Paper lesen
 
Jochen Wegner: „Rezo ist zu einer wichtigen Stimme geworden, die weit über seine Generation hinaus Gehör findet.“
Zeit
Die Kritik am Online-Journalismus ist so alt wie der Online-Journalismus selbst. Was wurden Digitalmedien pauschal und in periodischen Abständen immer wieder unterstellt: Oberflächlichkeit, Clickbaiting, Fake News, Empörungsattitude und vieles mehr. Corona zeigt derzeit, wie der alte zynische US-Spruch "Only bad news are
good news" positiv gedreht werden kann. Fast alle Digitalmedien machen unter schwierigsten Bedingungen einen außergewöhnlichen Job. Das zahlt sich nicht nur in Visits und Page Impressions aus, sondern auch in einer dramatischen Digitalisierung des Business-Modells von Medien. In "Volker fragt" beschreibt Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner, wie es ist, mit 80 Kolleginnen und Kollegen regelmäßige Videokonferenzen zu machen, warum es so wichtig war, frühzeitig auf Datenjournalismus zu setzen, und warum Print nicht stirbt, aber Digital und digitale Abos dramatisch an Bedeutung zunehmen werden. Wegner: "Digital geht’s uns gut, aber auch die gedruckte Zeit verkauft sich im Moment mit Rekordwerten." → Jetzt Video-Interview anschauen!
 
dfv
Eigentlich ist mein Kollege Jürgen Scharrer als HORIZONT-Reporter unser Mann für harte Business-Geschichten und Interviews mit Tiefgang. Doch er kann auch weiche Themen. In der aktuellen HORIZONT widmet er sich dem Sehnsuchtsort Büro. Der massenhafte Umzug ins Homeoffice habe ja verblüffend
gut funktioniert, so Scharrer. Gleichzeitig stellt er die Frage: Was machen die neuen Arbeitsverhältnisse mit der menschlichen Kreativität? Stephan Schäfer, Chief Content Officer der Mediengruppe RTL, antwortet Scharrer: "Die Sehnsucht, mit den Kollegen auch physisch wieder zusammenzukommen, wächst, auch bei mir." Als Redakteur, der jeden Tag mit den drei großen Hs – Homeoffice, Homeschooling, Homekindergarden – zu kämpfen hat, kann ich mich Stephan Schäfer nur anschließen. → Jetzt im E-Paper lesen

Ich wünsche Ihnen gute Lektüre. Bleiben Sie kreativ, optimistisch und gesund,

Ihr
signatur

Volker Schütz
Chefredaktion HORIZONT

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