TV-Markt im März

Coronakrise beflügelt ARD, ZDF und Nachrichtensender

Die Coronakrise treibt die Fernsehnutzung derzeit in die Höhe. Dabei profitieren aufgrund der großen Nachfrage nach aktuellen Informationen vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender und Nachrichtenkanäle. RTL und RTL Zwei mussten im März dagegen Federn lassen.
Vor allem in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konnten ARD und ZDF im März kräftig zulegen: Das Erste steigerte sich im vergangenen Monat um 0,7 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent Marktanteil. Ein Grund: Die Tagesschau war in den vergangenen Wochen so gefragt wie schon lange nicht mehr. Am 22. März, dem Tag an dem die weitgehenden Ausgangsbeschränkungen verkündet wurden, erzielte das ARD-Nachrichtenflaggschiff mit über 12 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von 30 Prozent. Auch in der jungen Zielgruppe lag der Marktanteil an diesem Abend bei starken 27 Prozent. 


Auch das ZDF konnte von der großen Nachfrage nach aktuellen Nachrichten profitieren, wenn auch nicht im gleichen Maße wie das Erste: In der jungen Zielgruppe kletterte der Marktanteil des Zweiten auf 6,5 Prozent (+0,4 Punkte). 

Marktführer RTL musste in der werberelevanten Zielgruppe dagegen Einbußen hinnehmen: Der Marktanteil schrumpfte um 0,4 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent. Vor allem am Vorabend waren in den vergangenen Wochen eher Informationsformate als Daily Soaps gefragt, mit der "Quarantäne-WG" legte der Sender nach gutem Auftakt zudem eine ziemliche Bauchlandung hin.


Pro Sieben konnte seinen Marktanteil mit 9,3 Prozent (-0,1 Punkte) zumindest stabil halten, unter anderem durch den guten Auftakt der zweiten Staffel von "The Masked Singer". Sat 1 konnte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent steigern, wozu unter anderem die Trash-Show "Promis unter Palmen" und das um eine Stunde verlängerte Frühstücksfernsehen beigetragen haben. 

Daneben konnte lediglich noch Vox seine Marktanteile in der jungen Zielgruppe steigern: Dank "Kitchen Impossible" und der neuen Staffel von "Die Höhle der Löwen" ging es für die kleine Schwester von RTL um 0,3 Punkte auf 7,0 Prozent Marktanteil nach oben. Unter die Räder kam dagegen RTL Zwei: Der Sender verlor 0,7 Prozentpunkte und rutschte auf 4,5 Prozent Marktanteil ab. Vor allem für den Quotengaranten "Berlin - Tag & Nacht" lief es im März so schlecht wie schon lange nicht. Kabel Eins erzielte 4,8 Prozent (-0,1 Punkte). 

Richtig gut lief es im März für die Nachrichtensender: N-TV konnte seinen Marktanteil auf 2,1 Prozent Marktanteil mehr als verdoppeln (+1,1 Punkte), Welt erzielte 1,5 Prozent Marktanteil (+0,6 Punkte) und Tageschau24 0,5 Prozent Marktanteil (+0,2 Punkte).

Im Gesamtpublikum konnten ARD und ZDF nicht im gleichen Maße von der höheren Sehdauer und dem gestiegenen Informationsbedürfnis profitieren, da sie hier ohnehin in einer vergleichsweise starken Position sind. Das Erste verlor sogar 0,1 Prozentpunkte auf 11,9 Prozent, weil mit der "Sportschau" in den vergangenen Wochen ein Publikumsmagnet wegfiel. Das ZDF steigerte sich um 0,2 Punkte auf 14,1 Prozent Marktanteil, RTL kam bei den Zuschauern ab 3 Jahren auf 8,5 Prozent und Sat 1 verbesserte sich um 0,2 Punkte auf 5,6 Prozent Marktanteil (+0,3 Punkte). dh 

Die TV-Marktanteile im März

Platz Sender Zuschauer 14-49
Quote:
TV Gesamt
Quote:
1. RTL 11,8 % 8,5%
2. ProSieben 9,3 % 4,1%
3. SAT.1 7,6 % 5,6%
4. ARD 7,5 % 11,9%
6. VOX 7,0 % 4,9%
7. ZDF 6,5 % 14,1%
9. Kabel Eins 4,8 % 3,4%
10. RTL II 4,5 % 2,6%
12. Nachrichten - TV 2,1 % 1,6%
13. NITRO 2,1 % 1,8%
15. SUPER RTL 1,9 % 1,4%
16. ZDFneo 1,7 % 2,7%
17. Sat.1 Gold 1,6 % 1,9%
18. WELT 1,5 % 1,2%
19. DMAX 1,5 % 1,0%
20. ZDFinfo 1,5 % 1,4%
21. Disney Channel 1,4 % 1,0%
22. ProSieben MAXX 1,4 % 0,7%
23. RTLplus 1,3 % 1,7%
24. WDR Fernsehen 1,3 % 2,4%
25. sixx 1,2 % 0,8%
26. NDR Fernsehen 1,1 % 2,5%
28. Tele 5 1,0 % 1,0%
29. kabel eins Doku 0,9 % 0,6%
30. COMEDY CENTRAL 0,9 % 0,3%
31. Phoenix 0,9 % 1,2%
32. BR-Fernsehen 0,8 % 2,0%
34. MDR Fernsehen 0,8 % 1,9%
35. arte 0,8 % 1,2%
36. 3SAT 0,7 % 1,3%
37. TLC 0,7 % 0,5%
38. Deluxe Music 0,6 % 0,3%
39. RBB Fernsehen 0,6 % 1,1%
40. ONE 0,6 % 0,8%
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