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Die MDR-Fernsehzentrale in Leipzig
© MDR/Stephan Flad
Die MDR-Fernsehzentrale in Leipzig
Ein Team des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) ist am Rande einer nicht angemeldeten Demonstration gegen Corona-Maßnahmen im sächsischen Zwickau attackiert worden. Die Polizei teilte am Dienstag auf Anfrage mit, dass bei dem Angriff am Montagabend ein Redakteur gestoßen worden sei und dieser anschließend über Schmerzen im Arm geklagt habe. Die Polizei schritt nach eigenen Angaben ein.

Der öffentlich-rechtliche Sender beschrieb den Angriff auf Anfrage so: Das MDR-Team habe aus drei Personen bestanden und bei der Demo gefilmt. Aus dem Geschehen heraus sei das Team beschimpft worden und eine vermummte Person habe sich mit Quarzhandschuhen demonstrativ vor ihm aufgestellt, sei dann aber wieder abgezogen. Später gegen Ende der Demo seien dann zwei Vermummte auf das Team zugekommen. "Einer der beiden ist auf den Autor zugestürmt und hat ihn massiv geschubst." Es wurde Anzeige erstattet.


Nach Polizeiangaben handelte es sich bei dem Angreifer um einen 17-Jährigen, der bisher nicht polizeibekannt ist. Laut Polizei wird wegen Körperverletzung und Nötigung sowie Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und die Corona-Schutz-Verordnung ermittelt. MDR-Intendantin Karola Wille beklagte: "Die immer gewalttätigere Auseinandersetzung um Corona-Maßnahmen ist erschreckend und unerträglich, der MDR verurteilt den Angriff aufs Schärfste." Es brauche starke Solidarität und das immerwährende Eintreten für Medienfreiheitsrechte als wichtiges Grundrecht jeder Demokratie. dpa

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