Zur Entwicklung des bisherigen Verlagsareals

FAZ gründet Immobilien-Joint-Venture

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Das bisherige Gebäude der "FAZ" an der Mainzer Landstraße
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Das bisherige Gebäude der "FAZ" an der Mainzer Landstraße
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung geht unter die Immobilienentwickler. Nach dem für 2022 geplanten Umzug des Verlags ins Frankfurter Europaviertel soll auf dem jetzigen Verlagsareal ein neues Wohnquartier entstehen. Dafür gründet die FAZ gemeinsam mit den Immobilienentwicklern Bauwens und Family Office Daniel Hopp ein Joint Venture.
Die FAZ und die Frankfurter Societät werden an dem Joint Venture, das im September seine Arbeit aufnehmen wird, 50 Prozent der Anteile halten, die beiden Unternehmen Bauwens und Family Office Daniel Hopp, in dem der Sohn des SAP-Gründers und Milliardärs Dietmar Hopp seine Beteiligungen verwaltet, die andere Hälfte. Gemeinsam wollen die Partner das jetzige Areal der FAZ im Frankfurter Gallusviertel unweit des Hauptbahnhofs nach dem Umzug der FAZ in sein neues Stammhaus neu gestalten.

Geplant ist eine "gemischt-urbane Quartierentwicklung" mit rund 650 Wohnungen, Kindertagesstätten, einer Grundschule und Gewerbeflächen. Der Bauphase geht ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb voraus, die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen. Die Immobilien werden im Besitz der Joint-Venture-Partner bleiben - die FAZ wird künftig also auch mit der Vermietung von Immobilien Geld verdienen. 

"Wir freuen uns sehr, mit der Unternehmensgruppe Bauwens und dem Family Office Daniel Hopp erfahrene und leistungsfähige Partner an unserer Seite zu haben, um unseren Frankfurter Traditionssitz neu zu entwickeln. Damit können wir uns auch nach unserem Umzug ins Europaviertel an diesem Standort langfristig engagieren", sagt Volker Breid, Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeine GmbH und der Frankfurter Societät. 

Die FAZ hatte 2018 angekündigt, seinen bisherigen Hauptsitz aufzugeben und ins benachbarte Europaviertel umzuziehen. Der bisherige Standort war für den Verlag zu groß geworden, zudem gab es einen Renovierungsrückstau in Millionenhöhe: "Unser Haus ist alt, hat viel zu hohe Verbrauchs- und vor allem Energiekosten, hat einen hohen Renovierungsbedarf in der Größenordnung von 60 bis 80 Millionen Euro. Für uns ist es sinnvoll, den Standort zu wechseln, um moderne, attraktive Arbeitsbedingungen für Verlag und Redaktion zu haben", erklärte FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner damals im Interview mit HORIZONT Den Beschäftigten war insbesondere an einem Verbleib der FAZ im Frankfurter Stadtgebiet gelegen. Intern gab es Befürchtungen, der Verlag könne wie die Süddeutsche Zeitung in einen Neubau auf der grünen Wiese außerhalb von Frankfurt ziehen. Der Entwurf des Neubaus im Europaviertel stammt von dem Berliner Architekturbüro Eike Becker, Projektentwickler und Bauherren sind die Paulus Immobiliengruppe und Patron Capital Partners. hor
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