Zenith Forecast

Werbeausgaben für Online-Videos steigen bis 2021 auf 61 Milliarden Dollar

Youtube treibt den Markt für Online-Videoads
© Pete Linforth auf Pixabay
Youtube treibt den Markt für Online-Videoads
Dass Online-Videos zu Lasten von linearem Fernsehen wachsen, ist kein Geheimnis. Und dass die Werbespendings dem Nutzerverhalten folgen, ebenso wenig. Ein Report von Zenith zeigt jetzt allerdings, wie rasant diese Entwicklung vonstatten geht. Deutschland spielt im weltweiten Vergleich allerdings - mal wieder - eine Sonderrolle.

100 Minuten pro Tag beziehungsweise 25 Tage am Stück. So viel Zeit wird ein Durchschnittskonsument im Jahr 2021 damit verbringen, Webfilme anzusehen. Das geht aus dem Online Video Forecast von Zenith hervor. Behalten die Mediaforscher von Zenith recht, dann wird die Nutzung von Online-Videos damit weiter deutlich anziehen. Zum Vergleich: In diesem Jahr soll die weltweite Nutzung im Schnitt bei 84 Minuten täglich liegen, in zwei Jahren sollen es dann satte 16 Minuten mehr sein.



Das Wachstum der vergangenen Jahre kann sich ebenfalls sehen lassen. So ist die Verweildauer bei Online-Videos zwischen 2013 und 2018 weltweit mit einer durchschnittlichen Rate von 32 Prozent pro Jahr rapide gestiegen. Begründet wird der Boom vor allem mit den Verbesserungen bei den Displays mobiler Geräte, mit schnelleren mobilen Datenverbindungen und der größeren Verbreitung internetfähiger Fernsehgeräte. Besonders beliebt sind Online-Videos in China und Schweden. In diesen Ländern verbringt eine durchschnittliche Person in diesem Jahr bereits 103 Minuten am Tag mit den Web-Filmchen. Dies sind auch die einzigen Länder, die bereits die Schwelle von 100 Minuten überschritten haben. Bis 2021 erwartet Zenith, dass Kanada, Indien, Mexiko, Großbritannien und die USA ebenfalls dazu gehören werden.

In Deutschland ticken die Uhren mal wieder etwas langsamer. Laut Olivier Korte, Managing Director Zenith, werden die hiesigen Verbraucher in diesem Jahr lediglich 35 Minuten damit zubringen, sich Online-Videos anzuschauen. Das sind knapp 50 Minuten weniger als der weltweite Durchschnitt.


An der Sonderrolle Deutschlands wird sich so schnell auch nichts ändern. Bis zum Jahr 2021, wenn der globale Durchschnittsnutzer bereits 100 Minuten täglich für Online-Videos aufwendet, soll die Verweildauer hierzulande auf dann gerade einmal 44 Minuten steigen. Korte räumt ein, dass Deutschland damit er weltweiten Entwicklung deutlich hinterherhinkt. "Dennoch ist Online-Video auch in Deutschland einer der am schnellsten wachsenden digitalen Werbekanäle und entsprechend steigt auch die Nachfrage durch die Werbungtreibenden", sagt der Zenith-Manager - und unterfüttert das auch mit Zahlen. So werden Unternehmen in Deutschland laut Korte allein in diesem Jahr voraussichtlich 469 Millionen Euro in Online-Video-Werbung investieren. 2021 sollen es dann 505 Millionen Euro sein.
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Der Blick auf andere Kanäle zeigt, dass Online-Video-Werbung hierzulande noch Luft nach oben hat. Beispiel TV: Auch wenn die Nutzung zurückgeht, werden Unternehmen in diesem Jahr noch 4,5 Milliarden Euro für klassische TV-Spots ausgeben. Im Jahr 2021 sollen es immer noch 4,4 Milliarden Euro sein. Die Spendings in Digitalwerbung sollen von 8 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 9,2 Milliarden Euro im Jahr 2021 steigen. Verglichen mit diesen Spendings sei der Anteil von Online-Video noch gering, sagt Korte. 

Ganz anders sehen die globalen Zahlen aus. Zenith prognostiziert, dass die Werbeausgaben für Online-Video von 45 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr auf 61 Milliarden US-Dollar bis 2021 steigen werden, was einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 18 Prozent pro Jahr entspricht. Zum Vergleich: Die Internetwerbung als Ganzes wächst nur um 10 Prozent. Die TV-Werbeumsätze sollen aufgrund rückläufiger Quoten im gleichen Zeitraum von 183 Milliarden US-Dollar auf 180 Milliarden US-Dollar  sinken. Damit werden die Spendings in Online-Video-Ads im Jahr 2021 auf etwa eines Drittel der TV-Spendings wachsen. mas

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