Zeitungsmarkt Berlin

Tagesspiegel und Berliner Morgenpost kooperieren bei Vermarktung und Vertrieb

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Der Tagesspiegel kooperiert mit der Berliner Morgenpost
© Cannes Lions
Der Tagesspiegel kooperiert mit der Berliner Morgenpost
Der Tagesspiegel und die Berliner Morgenpost machen es offiziell: Wie HORIZONT im Dezember bereits berichtet hat, arbeiten die beiden Hauptstadtzeitungen ab dem Frühjahr in den Bereichen Vermarktung und Vertrieb eng zusammen. Die Vermarktungstochter der Berliner Morgenpost stellt den Betrieb ein. 
Die Details der künftigen Zusammenarbeit: Der Tagesspiegel wird künftig in der Werbevermarktung als "eigenständiger, nicht exklusiver Vermittler" für die Berliner Morgenpost tätig werden, teilen die Funke Mediengruppe (Berliner Morgenpost) und der zur DvH Medien Gruppe des Stuttgarter Verlegers Dieter von Holtzbrinck gehörende Tagespiegel in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Im Bereich der telefonischen Werbevermarktung wird die Funke Dialog GmbH weiterhin als Vermarkter für die Berliner Morgenpost und zukünftig auch als nicht exklusiver Vermittler für den Tagesspiegel tätig sein.


Die Vermarktungstochter der Berliner Morgenpost, MCB Media Checkpoint Berlin GmbH, stellt ihren Betrieb ein. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden sozialverträgliche Lösungen gesucht. 

Ziel der ab dem 1. April startenden Kooperation ist laut der beteiligten Verlage der Erhalt der publizistischen Vielfalt in Berlin und die Sicherung der redaktionellen Unabhängigkeit der beiden Titel. Der Berliner Zeitungsmarkt gilt als schwierig. In den vergangenen Jahren konnte lediglich der Tagesspiegel seine Auflage weitgehend stabil halten. Die Auflagen von Berliner Morgenpost und Berliner Zeitung sind dagegen seit Jahren rückläufig. Die Berliner Morgenpost stand bereits kurz vor der Einstellung. Mit der Kooperation wollen die Funke Mediengruppe und Dieter von Holtzbrincks DvH Medien Gruppe nun den gesamten Berliner Zeitungsmarkt stabilisieren.  "Wir wollen die publizistische Vielfalt in Berlin erhalten", betont 
Görge Timmer, Geschäftsführer der Berliner Morgenpost. "Sinkende Vertriebs- und Anzeigenerlöse bei gleichzeitigen Kostensteigerungen etwa in der Zustellung dürfen auf keinen Fall die redaktionelle Qualität beeinträchtigen. Mit der verlagswirtschaftlichen Kooperation in Vermarktung und Vertrieb sichern wir die redaktionelle Unabhängigkeit von Berliner Morgenpost und Tagesspiegel." 


"
Das ist der richtige Weg. Durch intelligente Kooperationen können wir die redaktionelle Qualität und Unabhängigkeit der Titel erhalten", ergänzt 
Ulrike Teschke, Geschäftsführerin des Tagesspiegel. "Wir freuen uns, dass wir mit der Zusammenarbeit von Tagesspiegel und Berliner Morgenpost einen Beitrag zum Erhalt der vielfältigen Medienlandschaft in der Hauptstadt leisten." 

Möglich wird die Kooperation durch die Lockerung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen von 2017, die Zeitungsverlagen eine Zusammenarbeit in kaufmännischen Bereichen ermöglicht. dh
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