Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo

"Diskurs wird viel zu stark von den Rändern geprägt"

Giovanni di Lorenzo
© Die Zeit
Giovanni di Lorenzo
Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo ist einer der profiliertesten Medienschaffenden Deutschlands. Im Interview mit HORIZONT in Österreich spricht der 60-Jährige über Selbstreinigung in der Branche, Debatten mit Ekelgefühl, seine Vorstellung von konstruktivem Streit, Versuchungen der Digitalwelt und bedrohliche Anfeindungen in Österreichs Medienwelt.
In unserem Interview vor drei Jahren waren zentrale Themen mediales Selbstverständnis, Transparenz, Wahrheit und Unabhängigkeit. Sie meinten damals durchaus auch selbst­kritisch: "Ich glaube, man nimmt uns nicht mehr alles ab." Wie fällt denn Ihr Befund über den Zustand des Journalismus an sich heute aus? Differenziert, wie damals hoffentlich auch: Es gibt Dinge, die wir sehr gut können, und welche, wo wir Fehler machen. Ich glaube aber, dass der Journalismus in den letzten drei Jahren zumindest in Deutschland besser geworden ist, weil er aus Fehlern auch immer wieder lernt.

Worin sehen Sie das begründet? Hat hier eine gewisse Selbstreinigung der Branche stattgefunden? Ja. Medien sind sich selbst korrigierende Systeme, und gewisse blinde Flecken, die wir zweifelsohne hatten, sind inzwischen ganz gut ausgeleuchtet.

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