Youtube, Whatsapp, Facebook & Co

Das sind die beliebtesten Social Networks der Deutschen

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Sieben von zehn Onliner nutzen Youtube
© IMAGO / Ralph Peters
Sieben von zehn Onliner nutzen Youtube
Bewegtbild scheint in Zeiten von Corona mehr Menschen zu interessieren als die selbstreferentiellen Posts und die leider auch allzu häufig hitzigen und gar von Hass geprägten Debatten auf Facebook, Twitter & Co. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor hervor. Demnach hat Youtube im Ranking der beliebtesten sozialen Netzwerke den ersten Rang von Whatsapp zurückerobert.

Für den aktuellen Social-Media-Atlas 2021 hat der Marktforscher Toluna im Auftrag von Faktenkontor im Dezember 2020 und Januar 2021 rund 3500 nach Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentative Internetnutzer ab 16 Jahren in Form eines Online-Panels zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt. Das Ergebnis: Während kleinere Dienste in der Nutzergunst überdurchschnittlich stark zulegen können, treten die Big Player nahezu auf der Stelle.


Das gilt zwar auch für Youtube. Dennoch reicht der Videoplattform aus dem Hause Google ein Wachstum von 2 Prozent gegenüber 2020, um am Vorjahresprimus Whatsapp vorbeizuziehen.

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Aktuell nutzen 70 Prozent der deutschen Internetnutzer Youtube - damit sichert sich die Plattform Rang 1 vor Whatsapp, das seinen Nutzeranteil stabil bei 69 Prozent halten kann, und Facebook. Dem Mutterkonzern von Whatsapp und Instagram ist es wie bereits berichtet gelungen, die 2015 begonnene Talfahrt zu stoppen und wird wie im Vorjahr von 60 Prozent der Onliner genutzt. 

Die Ergebnisse im Detail
© Faktenkontor
Die Ergebnisse im Detail
Deutlich mehr Bewegung gibt es bei den kleineren Diensten, die ihre Nutzergemeinden zum Teil überdurchschnittlich ausbauen können. Das gilt allen voran für TikTok, das seinen Marktanteil um satte 16 Prozentpunkte auf jetzt 26 Prozent ausbauen kann. Ein Wachstum, das dem chinesischen Musical.ly-Nachfolger in dem Ranking zum großen Sprung von Platz 14 auf 8 der meistgenutzten Sozialen Medien in Deutschland verhilft. Besonders erfolgreich spricht die Plattform für den Austausch von Mini-Videoclips junge Zielgruppen an: So erreicht TikTok 55 Prozent der 16 bis 19-Jährigen Internet-Nutzer und 57 Prozent im Alter zwischen 20 und 29 Jahren. Am anderen Ende der Skala aber gerade mal vier von hundert "Silver Surfern" ab 60 Jahren.

Auch LinkedIn und Telegram legen kräftig zu. Das Karrierenetzwerk, das seit Ende 2016 zu Microsoft gehört, wird inzwischen von 24 Prozent der deutschen Internet-Nutzer ab 16 Jahren genutzt - gegenüber 2020 ist das ein Plus von acht Prozent. Genauso stark zulegen kann Telegram. Aktuell haben 21 Prozent der Onliner den WhatsApp-Konkurrenten auf ihrem Handy.

Ein ordentliches Wachstum von jeweils sechs Prozent gelingt Instagram und Snapchat. Doch bei der Marktposition gibt es erhebliche Unterschiede: Während Facebooks Bilder- und Videoplattform mit einem Marktanteil von 46 Prozent Platz vier belegt, reicht es für Snapchat mit 24 Prozent nur für den zwölften Rang. 

Auch Pinterest, Twitter und Xing können mit einem Plus von jeweils vier Prozentpunkten im Laufe eines Jahres mehr Anwender hinzugewinnen als Spitzenreiter Youtube. Dasselbe gilt für Blogs, die um drei Prozent zulegen.  

Bei den drei großen Netzwerken erwartet Faktenkontor allerdings keine großen Wachstumssprünge mehr. "YouTube, WhatsApp und Facebook haben in Deutschland kaum noch Wachstumspotenzial und stecken deswegen auf absehbare Zeit vor allem in einer Abwehrschlacht fest, um ihre erreichte Marktposition zu halten", sagt Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter bei Faktenkontor. "Im Kampf um die Gunst der Nutzer stehen ihnen kleinere und neuere Social-Media-Dienste gegenüber, die mit einer offensiven Strategie sowie innovativen, mehrwertigen und zielgruppengerechten Angeboten weiterhin in großem Umfang neue Nutzer hinzugewinnen können - und werden." mas

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