Yougov-Studie

Netflix ist der beliebteste Streamingdienst bei jungen Zuschauern

Streaming ist für junge Zuschauer mittlerweile eine Selbstverständlichkeit
© Netflix
Streaming ist für junge Zuschauer mittlerweile eine Selbstverständlichkeit
Streamingdienste wie Netflix und Prime Video sind weiterhin auf dem Vormarsch. Vor allem junge Menschen sehen Filme und Serien zunehmend zeitlich unabhängig. Besonders beliebt bei den sogenannten Millennials ist die US-Plattform Netflix. Das geht aus einer aktuellen Studie von Yougov hervor. 
Demnach sticht die Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen bei der Nutzung von Streamingdiensten deutlich heraus: 70 Prozent der Millennials nutzen neben Youtube mindestens einen der großen Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome, Sky Go oder die Mediatheken der großen Sender. Bei den Zuschauern über 35 Jahren sind es lediglich 35 Prozent. 


Vor allem Netflix ist bei den jungen Nutzern beliebt: Während 2015 lediglich 3 Prozent der 18- bis 34-Jährigen angab, Netflix mindestens einmal pro Woche zu nutzen, ist es mittlerweile jeder Dritte. Damit verzeichnete der US-Anbieter zugleich das größte Wachstum in der Zielgruppe der Millennials und überholte den stärksten Wettbewerber Prime Video. 

In den älteren Bevölkerungsgruppen liegen Yougov zufolge die Online-Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender vorne - so wie schon 2015. Die deutlichsten Zuwächse unter den kostenpflichtigen Streaminganbietern bei den Über-35-Jährigen hatte Amazon Prime Video. So hatte der Dienst 2015 erst 3 Prozent regelmäßige Nutzer und 2019 bereits 20 Prozent. 


Die beiden großen Plattformen Netflix und Prime Video punkten vor allem mit ihrem Serien- und Filmangebot: 82 Prozent der Millennials nutzen für Serien am häufigsten Netflix, 76 nutzen dafür zumindest gelegentlich Amazon. Bei Filmen liegen die beiden Plattformen fast gleichauf (Netflix: 80 Prozent/Prime Video: 79 Prozent). Die Mediatheken von ARD und ZDF werden am liebsten für Dokus genutzt (60 Prozent), bei Sky wird vor allem Sport gestreamt (49 Prozent).  Einig sind sich die Befragten, dass es mittlerweile zu viele Streamingdienste gibt: "Beim Blick in den bereits stark umkämpften Markt, stellt sich die Frage: Ist da überhaupt noch Platz für neue Streaming-Anbieter wie Apple oder Disney?", gibt Katharina Brachthäuser, Consultant Custom Research, zu bedenken. "Unsere Zahlen zeigen, dass auch wenn der Trend zum Mehrfach-Abo geht, 58 Prozent der Millennials der Aussage zustimmen: 'Es gibt einfach zu viele Streaming Plattformen'. Anbieter, die neu in den Markt eintreten wollen, müssen sich dieser Bedenken bewusst sein. Fragt man konkret nach der Nutzbereitschaft des für den Herbst geplanten Streaming-Angebots von Apple, würden zwei Drittel der Millennials die neue Plattform bestimmt oder wahrscheinlich nicht nutzen." 

Für die Studie basiert auf der Yougov-Datenbank, für die im Jahresverlauf 70.000 Bürger kontinuierlich repräsentativ befragt werden. Kombiniert wurde die Analyse mit einer Online-Befragung von 2027 erwachsenen Personen im März 2019. dh/dpa
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