Nach Vorwürfen gegen Intendantin

RBB richtet Whistleblower-System ein

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Langweilig wird beim RBB derzeit niemandem
© IMAGO / Steinach
Langweilig wird beim RBB derzeit niemandem
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) richtet ein Whistleblower-System ein zur Aufarbeitung der Vorwürfe unter anderem gegen Intendantin Patricia Schlesinger. Dieses soll dem Personal des Senders anonyme Meldungen ermöglichen, wie am Montag der Verwaltungsrat in Berlin mitteilte.

"Weitere Regelungen stellen sicher, dass gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen Aussagen im Prüfungsverfahren keine Sanktionen ausgeübt werden können." In einer Dienstanweisung werde zur uneingeschränkten Kooperation mit der ermittelnden Anwaltskanzlei aufgefordert. Schlesinger hatte das anonyme Whistleblower-System Ende Juli in einem Tagesspiegel-Interview in Aussicht gestellt. 


Mit Sichtung und Prüfung der Unterlagen habe man begonnen. "Aufgrund des Umfangs wird gegenwärtig von einer Prüfung von mindestens sechs bis acht Wochen ausgegangen. Zwischenergebnisse wird es nicht geben, insbesondere um den Gang der Untersuchungen nicht zu gefährden." 

Der Verwaltungsrat begleite die angelaufene Prüfung durch externe Fachanwälte "sehr eng", hieß es weiter in der Mitteilung des Gremiums. "Ausnahmslos allen Vorwürfen wird nachgegangen."  Die Prüfung erstreckt sich laut Mitteilung in personeller Hinsicht "vor allem - nicht abschließend -" auf das Verhalten der Intendantin Patricia Schlesinger und des Verwaltungsratsvorsitzenden Wolf-Dieter Wolf, der sein Amt während der Klärung der Vorwürfe ruhen lässt. Dorette König fungiert als amtierende Verwaltungsratsvorsitzende.

Der RBB kommt nicht zur Ruhe, seit das Onlineportal "Business Insider" kürzlich detaillierte Vorwürfe gegen den Sender und dessen Intendantin Schlesinger veröffentlicht hatte. Die Vorwürfe beziehen sich zum Beispiel auf eine angeblich fehlerhafte Abrechnung von dienstlichen Abendessen bei Schlesinger und die Beschäftigung von Beratern für ein RBB-Immobilienprojekt, die aus dem Umfeld des Verwaltungsratschefs Wolf stammen sollen. Schlesinger und Wolf haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

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