"Westfälische Medienholding"

Aschendorff und Westfalen-Blatt gründen gemeinsame Zeitungsholding

Die Zentrale des Aschendorff Verlags in Münster
© Aschendorff Medien/Caroline Hube
Die Zentrale des Aschendorff Verlags in Münster
Die beiden westfälischen Zeitungshäuser Aschendorff aus Münster und die Unternehmensgruppe Westfalen-Blatt aus Bielefeld bündeln ihre Kräfte und fassen ihr Mediengeschäft in einer gemeinsamen Holding zusammen. Die bisherigen Strukturen sollen unter dem gemeinsamen Dach erhalten und "weiterentwickelt" werden. 
Die Geschäfte der beiden Verlagsgruppen, die im Münsterland und Ostwestfalen aktiv sind, wurden zum 1. Januar unter dem Dach der Westfälischen Medienholding gebündelt, wie die beiden Verlage am Freitag mitteilten. Die Aushängeschilder der beiden Häuser sind die Westfälischen Nachrichten von Aschendorff mit Sitz in Münster und das Westfalen-Blatt des gleichnamigen Zeitungsverlags aus Bielefeld. Zur neuen Holding gehören außerdem die Anzeigenblätter, Druckereien sowie das Rundfunk- und Reisebürogeschäft der beiden Verlagsgruppen. Aschendorff ist bereits seit 2011 über die C.W. Busse Holding indirekt mit rund 25 Prozent am Westfalen-Blatt beteiligt. 


An der neuen Holding hält die Unternehmensgruppe Aschendorff 76,5 Prozent, sagte Norbert Tiemann, Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesellschafter des Westfalen-Blatts seien mit 20,09 Prozent beteiligt. Den Rest von 3,41 Prozent halte der Ippen-Verlag, der in Hamm mit dem Westfälischen Anzeiger vertreten ist. 

Wie das Unternehmen mitteilt, sollen die Geschäfte unter dem gemeinsamen Dach "erfolgreich weiterentwickelt werden". An den Strukturen der beiden Unternehmen ändere sich durch die Fusion nichts. Allerdings liegt es auf der Hand, dass sich die beiden Verlagsgruppen von der Zusammenarbeit Synergieeffekte, also Einsparpotenziale verprechen. 


Die verkaufte Auflage der Westfälischen Nachrichten lag im 3. Quartal 2018 inklusive der Münsterschen Zeitung bei 106.468 Exemplaren, das Westfalen-Blatt verkaufte im selben Zeitraum im Schnitt 105.788 Exemplare. Die Verbreitungsgebiete der beiden Titel überschneiden sich nicht. Das Bundeskartellamt muss der Fusion noch zustimmen. dh/dpa
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