Werbeverbote, Vorgaben für die Primetime

Vaunet will klare Grenzen für Angebote von ARD und ZDF

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Vaunet würde den Spielraum von ARD und ZDF gerne einschränken
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Vaunet würde den Spielraum von ARD und ZDF gerne einschränken
Vaunet hat sich in die Debatte über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eingeschaltet. Der Verband der privaten Rundfunksender fordert unter anderem Werbebeschränkungen für die Sender von ARD und ZDF, aber auch eine Deckelung der Online-Angebote und eine Beschränkung der Anbieter auf ihren Kernauftrag. 
Die Forderungen des Vaunet sind eine Reaktion auf den Diskussionsentwurf zu Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der Rundfunkkommission der Länder. Bis Mitte Januar können betroffene Unternehmen und Zielgruppen dazu Stellungnahmen abgeben. Wenig überraschend würde der Verband der privaten Rundfunkanbieter gerne engere Vorgaben für die Öffentlich-Rechtlichen sehen. Vor allem die Expansion von ARD und ZDF im Internet sieht der Verband kritisch. Die Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hätten unmittelbare Folgen für die privaten Anbieter, betont der Verband. 

"Regelungen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk wirken sich immer auch auf alle anderen Anbieter im Medienmarkt aus. Insofern diskutieren die Länder nichts weniger als eine Reform des gesamten Mediensystems, das für beide Säulen von 'Trusted Media' gestärkt werden muss", betont Claus Grewenig, Vorsitzender des Fachbereichs Fernsehen und Multimedia im Vaunet. Besonders das Verbot von Lizenzware aus Nicht-EU-Ländern, also insbesondere US-Serien und Filme sowie die "Abbildung des Kernauftrags auch zur Primetime" liegen dem Bereichsleiter Medienpolitik von RTL Deutschland am Herzen. "Unterhaltung sollte nicht Selbstzweck, sondern auf den Kernauftrag bezogen sein", so Grewenig. 

Marco Maier, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im Vaunet sieht vor allem die Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen mit Sorge: "Auch für das Radio sind klare Begrenzungen zum Umfang des Angebots auf Ebene des Medienstaatsvertrags und der Ländergesetzgebungen die Voraussetzung dafür, dass es nicht zu einer weiteren unbegrenzten Online-Audio-Expansion kommt", betont der 
Geschäftsführer von Radio/Tele FFH. Deshalb müsse "die Deckelung von Angeboten" Bestandteil der Auftragsreform sein. 

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Auch eine "weitere Verspartung und Auslagerung von Auftragsinhalten" will der Verband gerne unterbinden. Schon Tradition haben die Forderungen des Verbands nach einer strengen Beschränkung von Werbung bei ARD und ZDF: "Das aggressive Auftreten der ARD in der Vermarktung gerade im Audiobereich zeigt die Notwendigkeit für mehr Transparenz, und dass die vom Vaunet geforderten weitgehenden Beschränkungen in der Werbung von ARD und ZDF umgesetzt werden", sagt Maier. 

Der Vaunet fordert ein komplettes Verbot von Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen  und eine Beschränkung der Werbung im ARD-Hörfunk auf 60 Minuten pro Tag und Sender. Außerdem wünscht sich der Verband klare Grenzen für die kommerziellen Aktivitäten und das Onlinangebot von ARD und ZDF. Im Januar will der Verband eine umfassende Stellungnahme zum Diskussionentwurf der Rundfunkkommission vorlegen. dh
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