Werbespendings

Kinowerbung geht global durch die Decke - dank China

In China gefragt wie nie - die Kinoeinwand als Werbefläche
© zVg.
In China gefragt wie nie - die Kinoeinwand als Werbefläche
Verkehrte Welt: Während die deutschen Kinovermarkter in diesem Jahr bei den Werbeumsätzen empfindliche Einbußen hinnehmen müssen, gehen die Investitionen andernorts deutlich nach oben. Wie aus einer aktuellen Prognose des Werbeforschers WARC hervorgeht, werden die weltweiten Ausgaben für Kinospots in diesem Jahr 4,6 Milliarden US-Dollar erreichen. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein deutliches Plus von 6,8 Prozent.

Laut WARC ist Kino global gesehen die Gattung, die in diesem Jahr am zweitstärksten zulegt. Nur die Investitionen in Onlinewerbung sollen noch stärker steigen. Für das Wachstum gibt es aus Sicht des Werbeforschers gute Gründe. "Kino bietet Werbungtreibenden Zugang zu einem jüngeren, wohlhabenderen Publikum, das eine Affinität zum Medium hat", sagt James McDonald, Managing Editor von WARC Data. Weitere Vorteile sieht er darin, dass Kinowerbung keine Probleme mit Brand-Safety habe und meist in der Nähe von Einzelhandelsgeschäften aufgenommen werde. 



In Deutschland ist von einem Boom der Kinowerbung derweil nichts zu spüren. Vor wenigen Tagen erst hatte Nielsen eine Bilanz für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres veröffentlicht. Danach haben Werbungtreibende hierzulande bislang 63,7 Millionen Euro brutto in Kinospots investiert - ein Minus von 3,9 Prozent.

Deutschland dürfte allerdings nicht das einzige Land sein, das hinter dem weltweiten Wachstum zurückbleibt. Grund: Motor des Wachstums ist vor allem China - der inzwischen weltweit größte Markt für Kinowerbung. WARC sagt voraus, dass die Ausgaben im Reich der Mitte 2019 auf 1,8 Milliarden US-Dollar steigen werden. Gemessen an der Kaufkraftparität entspreche dies einem Anteil von 47,3 Prozent an den weltweiten Werbeausgaben. Die Kinowerbung bommt in China nicht erst seit diesem Jahr. Glaubt man WARC, dann gehen drei Viertel des weltweiten Wachstums seit 2015 auf China zurück. In diesem Jahr soll das Land sogar mit einem Anteil von 87,4 Prozent zum globalen Kinowachstum beitragen. 


Auch wenn Kinowerbung weltweit zulegt, wird sich der Anteil der Gattung an den Gesamtspendings nicht verändern. WARC geht davon aus, dass sich der Anteil von Kino am Werbekuchen bei 0,7 Prozent einpendeln wird. Damit wäre Kino das einzige Medium außer Digital, dessen Anteil nicht zurückgeht. mas

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