Weniger Abos als erwartet

Netflix schwächelt im zweiten Quartal

Netflix hat die Preiserhöhung seines Angebots in einigen Märkten im zweiten Quartal 2019 nicht gut verkraftet
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Netflix hat die Preiserhöhung seines Angebots in einigen Märkten im zweiten Quartal 2019 nicht gut verkraftet
Vielerorts hat Netflix zuletzt die Preise erhöht, das hinterlässt nun unangenehme Spuren in der Quartalsbilanz. In den drei Monaten bis Ende Juni kamen weltweit unterm Strich lediglich 2,7 Millionen neue Bezahlabos hinzu, wie der Online-Videodienst am Mittwoch nach US-Börsenschluss im kalifornischen Los Gatos mitteilte.
Damit blieb Netflix weit unter den Erwartungen der Wall-Street-Analysten und auch unter seiner eigenen Prognose von fünf Millionen neuen Nutzern. Insgesamt brachte es der Streaming-Riese zum Quartalsende auf knapp 152 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.


Am Markt sorgten die Zahlen für schlechte Stimmung - die Aktie brach nachbörslich um mehr als zwölf Prozent ein. Netflix hatte in etlichen Ländern die Preise erhöht und die Erwartungen bereits gedämpft, mit einem so geringen Nutzerzuwachs war aber nicht gerechnet worden. Netflix räumte eine besonders schwache Nutzerentwicklung in Regionen ein, wo im vergangenen Quartal Preiserhöhungen vorgenommen wurden. Dazu zählt etwa der wichtige US-Heimatmarkt, wo der Druck ohnehin groß ist, da die Konkurrenz im Streaming-Geschäft stark zunimmt.

Dass der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar anstieg und der Gewinn mit 270,7 Millionen Dollar (241,2 Mio Euro) über den Vorhersagen der Finanzanalysten lag, konnte die Börsianer nicht trösten. Es muss aber auch erwähnt werden, dass der Aktienkurs im Jahresverlauf schon um 35 Prozent stieg, so dass die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen günstig ist.


Dem steigenden Wettbewerb im Markt für Videodienste im Internet kann Netflix' Schwächeanfall im zweiten Quartal eigentlich noch nicht geschuldet sein. Zwar laufen sich mit dem Hollywood-Giganten Disney, dem iPhone-Riesen Apple und der Mutter des beliebten Bezahlsenders HBO ("Game of Thrones"), AT&T, hochkarätige Konkurrenten warm - doch deren Angebote sind größtenteils noch gar nicht am Start.

Die von Analysten ins Gespräch gebrachte Idee, die Einnahmen durch das Schalten von Werbung zu erhöhen, findet bei Netflix bislang wenig Anklang. "Wir glauben, dass wir langfristig ein wertvolleres Geschäft betreiben, indem wir uns aus dem Wettbewerb um Werbeeinnahmen heraushalten und stattdessen voll und ganz um die Zufriedenheit der Zuschauer konkurrieren", hieß es im Brief an die Aktionäre. dpa

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