Wegen rechtlicher Mängel

Verbraucherschutz spricht Mahnung gegen Clubhouse aus

   Artikel anhören
Clubhouse fordert bei der Installation Zugriff auf alle Telefonbuchkontakte des Nutzers und verstößt gegen die DSGVO
© IMAGO / photothek
Clubhouse fordert bei der Installation Zugriff auf alle Telefonbuchkontakte des Nutzers und verstößt gegen die DSGVO
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat die Anbieter der Social-Audio-App Clubhouse wegen gravierender rechtlicher Mängel angemahnt. Das gab der Vorstand des VZBV, Klaus Müller, am Mittwoch auf Twitter bekannt. Dabei geht es unter anderem um Verletzungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) durch die kalifornischen Betreiber der App.
In einem Schreiben an die Alpha Exploration Co. in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien bemängeln die Verbraucherschützer, dass der Dienst in Deutschland ohne das erforderliche Impressum betrieben werde. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutz-Hinweise lägen nicht wie vorgeschrieben auf Deutsch vor, sondern nur auf Englisch.


In der Abmahnung geht es in der Sache aber auch um den Datenschutz. So reklamiere der Clubhouse-Betreiber das Recht für sich, die von den Anwendern hochgeladenen Kontaktinformationen aus den Adressbüchern der Smartphones umfassend zu nutzen und beispielsweise mit Werbung zu behelligen. Damit verstoße Clubhouse gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). In der Abmahnung an den Betreiber von Clubhouse fordert der VZBV die Abgabe einer "strafbewehrten Unterlassungserklärung".

Sollte die Alpha Exploration Co. in Kalifornien nicht auf die Abmahnung reagieren oder sich weigern, die Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, könnte der deutsche Verband eine Klage vor dem Landgericht Berlin anstrengen und dort ein Bußgeld verhängen lassen.
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats