Twitter verliert Nutzer
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Twitter verliert Nutzer
Das riecht schon beinahe nach Social-Media-Boykott: Nach Facebook muss auch Twitter Probleme mit der Zahl seiner aktiven User einräumen. Twitters Nutzerzahlen sind im zweiten Quartal gesunken. Anleger reagierten schockiert - die Aktie fiel vorbörslich zeitweise um 17 Prozent.
Analysten hatten Twitter einen leichten Anstieg bei den Nutzerzahlen zugetraut. Doch daraus wurde nichts. Die Zahl der monatlich aktiven Twitter-Nutzer ist im zweiten Quartal verglichen mit dem Vorquartal sogar um eine Million auf 335 Millionen gesunken. Und das ist wahrscheinlich noch nicht einmal das Ende des Sinkflugs. So wird mit einem weiteren Rückgang der Nutzerzahlen gerechnet. Grund sind die Maßnahmen der Plattform gegen Hetze, Spam und Fake-Accounts. Die aktuellen Bemühungen, die Plattform aufzuräumen, sowie die neuen Datenschutzregeln in Europa könnten zu einem weiteren Rückgang führen, heißt es. 

"Das 2. Quartal spiegelt unsere Bemühungen wider, den täglichen Mehrwert von Twitter für die Nutzer zu erhöhen", erklärt Twitter-CEO Jack Dorsey. Die Nutzer müssten sicher sein, dass sie sich auf der Plattform frei äußern können. Daher habe Twitter neue Tools gelauncht, um problematische Verhaltensweisen, die die öffentliche Debatte verzerren, zu unterbinden, so Dorsey weiter. 



Twitter versucht schon länger, härter gegen gefälschte Profile durchzugreifen, über die unter anderem Spam und politische Propaganda verbreitet werden. Zuletzt hatte der Kurznachrichtendienst gesperrte Accounts von den Abonnenten-Zahlen abgezogen, wodurch viele Nutzer Follower verloren.


Immerhin steigerte das Unternehmen das Quartalsergebnis kräftig und verdiente besser als erwartet. Unterm Strich lag der Gewinn bei gut 100 Millionen Dollar nach einem Verlust von 116,5 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz wuchs um 24 Prozent auf 711 Millionen Dollar. Finanzchef Ned Segal zeigt sich daher auch sehr zufrieden mit der Twitter-Performance im zweiten Quartal. Vor allem weil das Unternehmen trotz der Investitionen ins Tagesgeschäft profitabel bleibt. mas
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