WARC-Analyse

Wachstum der Werbeinvestitionen in soziale Medien hat sich halbiert

Das Wachstum der sozialen Medien schwächt sich ab
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Das Wachstum der sozialen Medien schwächt sich ab
Ist die große Party bald zu Ende? Das Wachstum der Werbeinvestitionen in die großen sozialen Netzwerke hat sich im ersten Quartal deutlich abgeschwächt. Das geht aus dem Global Ad Trend Report des britischen Marktforschungs- und Beratungsunternehmens WARC hervor. 
Laut der Analyse stiegen die Werbeeinnahmen der sechs größten sozialen Netzwerke - berücksichtigt wurden die Unternehmen Facebook, Pinterest, Snap, Twitter sowie die chinesischen Internetkonzerne Tencent (WeChat) und Weibo - im 1. Quartal 2019 um 26,2 Prozent auf 17,9 Milliarden US-Dollar. Damit übertrumpfen Facebook & Co zwar nach wie vor alle anderen Medien, vor einem Jahr lag das Wachstum im ersten Quartal allerdings noch bei 51,6 Prozent. Innerhalb eines Jahres hat sich das Wachstum also halbiert. 


Die Experten von Warc haben dafür mehrere Gründe ausgemacht. Zum einen ist das Nutzerwachstum der großen Netzwerke in den wichtigsten Märkten wie Nordamerika und Europa ins Stocken geraten. In Europa stagniert das Nutzerwachstum von Facebook inklusive WhatsApp und Instagram, Snapchat hat sogar Nutzer verloren. Auch die Nutzungsdauer der sozialen Medien stagniert (Nordamerika) oder ist sogar rückläufig (Europa). In Asien verbringen die Nutzer zwar mehr Zeit mit den sozialen Netzwerken, allerdings können die Nutzer dort nicht im gleichen Maße monetarisiert werden. 

Ein Hemmschuh für Facebook, Twitter & Co. ist zudem die Vertrauenskrise, in die die sozialen Netzwerke durch die Skandale der vergangenen Jahre gestürzt sind. So ist mittlerweile jeder zweite Nutzer der Meinung, dass die großen Tech-Konzerne zu viel Einfluss besitzen, zwei Drittel der Nutzer misstrauen Informationen in sozialen Medien. Viele Nutzer gehen zudem mittlerweile vorsichtiger mit ihren persönlichen Daten um. dh
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