Von Facit zum Quotengremium

Kerstin Niederauer-Kopf wird Chefin der AGF

Kerstin Niederauer-Kopf wechselt von Facit zur AGF
© Serviceplan
Kerstin Niederauer-Kopf wechselt von Facit zur AGF
Kerstin Niederauer-Kopf übernimmt 2019 den Vorsitz der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung (AGF). Niederauer-Kopf ist derzeit Geschäftsleiterin von Facit Research, einer Tochter der Serviceplan-Gruppe. Sie wird das TV-Quotengremium gemeinsam mit Anke Weber führen, die bereits seit Juli 2018 der Geschäftsführung angehört.
Nach dem Abgang von Willibald Müller im Juli 2018 tritt damit wieder Ruhe an der Spitze des Gremiums ein. Müller war erst Anfang 2017 in der damals neu als GmbH aufgestellten AGF angetreten, schied nach Differenzen über die Art der Führung und den Angang bei verschiedenen Projekten, aber wieder aus. Anke Weber, langjährige Geschäftsstellenleiterin und seit der Umfirmierung der AGF Director Operations, rückte nach Müllers Abgang in die Geschäftsführung auf. Es hielten sich jedoch hartnäckig Gerüchte, dass sie an der Spitze nicht allein bleibt und die Gesellschafter nach einem zweiten Kopf suchen, der vor allem auch die divergierenden Interessen der Gesellschafter auf einen Nenner bringen kann. Der Name Niederauer-Kopf kursierte in diesem Zusammenhang seit einigen Wochen.


Niederauer-Kopf, die als eine der renommiertesten Forscherinnen im Mediengeschäft gilt, verfügt über eine lange Historie mit der AGF und ist der Branche gut bekannt und geschätzt. Vor ihrem Wechsel zu Facit im Mai 2017 war sie Leiterin der Abteilung Werbe-und Marktforschung für die ARD-Werbung Sales & Services und in dieser Funktion in zahlreichen Gremien vertreten. In der AGF war sie bereits stellvertretende Sprecherin der Technischen Kommission und Mitglied des Forschungsbeirats. Auch im Arbeitsausschuss der Arbeitsgemeinschaft Mediaanalyse (Agma) war Niederauer-Kopf vertreten. 

Niederauer-Kopf muss gemeinsam mit Weber nun Wogen glätten. Die AGF muss eine ganze Reihe von Herausforderungen meistern - vorne weg die Frage, wie eine Konvergenzwährung mit Googles Youtube aussehen kann. Niederauer-Kopf verfügt bereits über die entsprechenden Kontakte. Zuletzt hat sie bei Facit die umfangreiche Medienäquivalenz-Studie Video betreut, die von Mediaplus, Google und dem Pro-Sieben-Sat-1-Vermarkter Seven-One Media finanziert wurde und Werbemittel im TV, auf Youtube und bei Facebook vergleicht. Die Studie gilt - nicht zuletzt wegen ihrer Partner-Konstellation - als einzigartig und bahnbrechend. Die AGF arbeitet seit zehn Jahren an einer einheitlichen Währung für Bewegtbild auf allen Kanälen. Das Projekt mit Youtube schreitet zwar voran, doch zuletzt sind im Gesellschafterkreis wieder Diskussionen darüber entbrannt, ob der dafür eingegangene Kompromiss, dass Youtube seine Reichweiten nach eigenen Regeln messen darf, der richtige ist. Es wird spannend, wie Niederauer-Kopf zu dem Thema steht. Sie freut sich auf jeden Fall auf ihre neue Rolle: "Ich freue mich, nun gemeinsam mit Anke Weber und dem AGF-Team die für den Markt wichtigen Projekte in der TV- und Video-Nutzungsmessung voranzutreiben."


Martin Berthoud, Vorsitzender der AGF-Aufsichtsrats: "Die AGF-Gesellschafter begrüßen es sehr, dass mit Kerstin Niederauer-Kopf eine ebenso versierte wie kompetente Führungskraft als Vorsitzende der Geschäftsführung gewonnen werden konnte".  Und auch Anke Weber äußert sich erfreut. "Nach der intensiven Zeit seit Mitte des Jahres begrüße ich es sehr, zusammen mit Kerstin Niederauer-Kopf die aktuellen Herausforderungen der AGF vor allem bei dem weiteren Ausbau unseres Konvergenzstandards in einer vertrauensvollen und intensiven Kooperation voranzutreiben." pap
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