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Inakzeptable Einladung an Journalisten war "menschliches Versagen"

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Im Januar lud der Wolfsburger Autobauer Journalisten zur Präsentation seiner neuen ID-Modelle ein. Zur Bedingung machte er, dort weder mitzuschreiben noch zu filmen noch zu fotografieren, außerdem seien Artikel vor Veröffentlichung von der Presseabteilung abzusegnen. HORIZONT berichtete. Das rief den Deutschen Rat für Public Relations auf den Plan. Das Gremium entschied nun, die Entschuldigung von VW zu akzeptieren und den Konzern vom Vorwurf freizusprechen, Journalisten zu gängeln.
In einer Mitteilung schreibt der DPRP, Volkswagen habe in einem dreiseitigen Brief klargestellt, "dass das Ziel gewesen sei, ausgewählten Wirtschaftsjournalisten einen Einblick in die frühzeitige Einbindung der Händler zu gewähren". Unglücklicherweise habe ein Mitarbeiter der Pressestelle als Basis seiner Einladung an 15 bis 20 Journalisten "versehentlich den Text der Händlereinladung genutzt". Händlern sei wegen des Klagerisikos eine Berichterstattung untersagt, "da diese nicht über Produkte berichten sollten, die gesetzlichen Kennzeichnungspflichten als Prototypen unterliegen". Die Einladung an die Journalisten hätte so also nie herausgehen dürfen, räumte Konzernsprecher Marc Langendorf ein. Er begründet das Versehen mit "menschlichem Versagen". Im Januar hatte sich das noch anders dargestellt. Da vermochte Langendorf im Gespräch mit HORIZONT nicht nachzuvollziehen, was an der Einladung zu beanstanden sei. Vielmehr belehrte er, "da muss man sich in der Automobilbranche etwas auskennen". Man müsse sich darauf verlassen können, dass wettbewerbsrelevante Informationen geheim bleiben. Daher sei dieser Umgang mit der Presse nicht ungewöhnlich.


Auch in der Einladung selbst hatte nichts auf ein Versehen hingedeutet. Darin stand ausdrücklich: "Wir bieten Ihnen als einem von wenigen ausgewählten Journalisten die Teilnahme an dieser Veranstaltung an. (...) Da bei dieser Veranstaltung einige Modelle der ID. Familie zu sehen sind und zahlreiche vertrauliche Inhalte an unsere Handelspartner kommuniziert werden, bitten wir Sie (analog zu den Zustimmungen von unseren Handelspartnern) um Ihre schriftliche Zustimmung.

Immerhin: Die Stellungnahme beim DPRP verband Volkswagen mit dem schriftlichen Versprechen, "dass man die Kontrollmechanismen noch einmal verstärkt habe, um eine Wiederholung möglichst auszuschließen". usi
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