Videoportal

Youtube führt Faktencheck-Funktion in Deutschland ein

   Artikel anhören
Bei bestimmten Suchbegiffen wird ein Faktencheck eingeblendet
© Youtube
Bei bestimmten Suchbegiffen wird ein Faktencheck eingeblendet
Verschwörungstheorien haben seit Beginn der Corona-Pandemie Hochkonjunktur. Besonders gerne und häufig werden diese in sozialen Netzwerken weiterverbreitet. Zumindest bei Youtube soll das nun schwieriger werden: Die Google-Tochter führt ihre Faktencheck-Funktion nun auch in Deutschland ein. 
Die Faktencheck-Funktion soll es Nutzern erleichtern, vertrauenswürdige Informationen bei Youtube zu finden. Dazu gehören beispielsweise Nachrichten-Videos aus verlässlichen Quellen oder Links zu vertrauenswürdigen Quellen. So werden bei Videos im Zusammenhang mit Corona zum Beispiels Links zur Weltgesundheitsorganisation WHO oder zu nationalen Gesundheitsbehörden angezeigt. Auch bei Themen, zu denen immer wieder Falschinformationen verbreitet werden, wie zum Beispiel Suchanfragen wie "Flache Erde Theorien"), werden Links zu verlässlichen Quellen eingeblendet. 


Bei bestimmten Suchanfragen wird außerdem ein sogenanntes "Faktencheck-Informationspanel" angezeigt. In diesem Bereich werden über den Suchergebnissen Artikel von unabhängigen Faktencheckern angezeigt.
Meist gelesen auf Horizont+
Ob der Faktencheck-Bereich angezeigt wird, hängt allerdings davon ab, ob zu dem entsprechenden Thema überhaupt ein neutraler Beitrag verfügbar ist. Außerdem kommt es auf die genaue Suchanfrage an: Wenn jemand zum Beispiel nach "gibt es in Sachsen eine Flut" sucht, wird ihm eventuell ein relevanter Faktencheck-Artikel angezeigt. Bei einer allgemeineren Suchanfrage wie "Flut" wird dieser eher nicht gelistet. Alle Faktencheck-Artikel müssen außerdem den Community-Richtlinien von Youtube entsprechen. 

Das Faktencheck-Informationspanel stützt sich auf ein offenes Netzwerk von unabhängigen Verlagen und Faktencheck-Organisationen. In Deutschland unterstützen laut Youtube "rund ein halbes Dutzend" Verlage und Faktenchecker das Tool, darunter der Rechercheverbund Correctiv und BR24. 


Bis die Systeme ihr volles Potenzial erreichen, werde es noch etwas dauern, dämpft Youtube die Erwartungen an die Funktion. "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, die YouTube-Community zu schützen – und der Ausbau unserer Faktenchecks ist nur einer, aber ein sehr wichtiger, der vielen kleinen und großen Schritte, die wir unternehmen, um zuverlässige Quellen hervorzuheben, unseren Nutzerinnen und Nutzern relevante und verlässliche Informationen zu liefern und die Verbreitung schädlicher Fehlinformationen auf YouTube weiter einzudämmen", betont das Unternehmen in einem Blog-Post. dh
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats