Verzicht auf Preiserhöhung

So will das ZDF Unternehmen die Rückkehr in die TV-Werbeblöcke schmackhaft machen

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Hans-Joachim Strauch
© ZDF Werbefernsehen
Hans-Joachim Strauch
Wegen der Corona-Krise haben viele Unternehmen ihre Marketingbudgets deutlich heruntergefahren - darunter leiden auch die TV-Konzerne, die sich die Slots in ihren Werbeblöcken in der Regel besonders teuer bezahlen lassen. Das ZDF will nicht noch Öl ins Feuer gießen und verzichtet daher im kommenden Jahr auf eine Erhöhung der Werbepreise für TV-Spots. Das kündigte der Sender am späten Donnerstagabend an.
Dass das ZDF seine Preise im kommenden Jahr stabil halten will, begründet Hans-Joachim Strauch, Geschäftsführer beim ZDF Werbefernsehen, mit den Auswirkungen der Corona-Krise. "Gerade in diesen unruhigen Zeiten ist Planbarkeit und Verlässlichkeit ein hohes Gut", sagt Strauch. Das ZDF wolle in dieser Situation "partnerschaftlich, verlässlich und transparent" handeln. "Aus diesem Grund sehen wir für das Jahr 2021 von einer Anhebung der Preise ab und setzen auch im kommenden Jahr auf ein lineares Pricing", so Strauch. 


Bei der Werbeindustrie dürfte die Ankündigung gut ankommen, hat das Zweite mit der auf 2021 verschobenen Fußball-EM und den ebenfalls geschobenen Olympischen Sommerspielen in Tokio doch zwei potenzielle Quotenhits im Programm. Vor allem von der Fußball-EM, die neben dem ZDF auch die ARD überträgt, verspricht sich Strauch viel.  Hier erwartet er aufgrund der Corona-Pandemie stark ansteigende Leistungswerte bei der TV-Nutzung zu Hause.

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"Aller Voraussicht wird es kaum Public-Viewing-Angebote geben. Und ob in den Stadien Zuschauer vor Ort sein können, ist ebenfalls mehr als fraglich", sagt Strauch. Schon ohne diesen "Corona-Effekt" hätten sich bei der letzten Fußball-EM im Jahr 2016 im Schnitt mehr als 13 Millionen Zuschauer die Spiele im linearen TV live angeschaut. 


Das ZDF umgarnt Werbekunden aber nicht nur mit sportlichen Großevents. Das Zweite will auch beim regulären Werberahmenprogramm für "herausragende Leistungswerte" sorgen. Dazu beitragen sollen etwa die Kommissare der SOKOs, die von Montag bis Samstag um 18.00 Uhr im Zweiten ermitteln. Auch die um 19.25 Uhr ausgestrahlten Serien-Formate sollen für Werbeumsätze sorgen. Nicht zuletzt will das ZDF die Werbeumfelder rund um das ZDF-Nachrichtenflagschiff „heute“ um 19.00 Uhr sowie die Werbeblöcke rund um „WISO" aufwerten. mas

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