Vertrieb

Post will Preise für Presseversand deutlich anheben

Die Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften wird teurer
© Fotalia
Die Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften wird teurer
Verlage müssen sich ab dem kommenden Jahr auf steigende Kosten für den Versand einstellen: Die Deutsche Post will die Preise für den Presseversand deutlich erhöhen. Das berichtet das Handelsblatt. Damit reagiert der Konzern auch auf die rückläufigen Stückzahlen in dem Bereich. 
Die Preiserhöhungen für den Pressevertrieb sind Teil des Sanierungsprogramms der angeschlagenen Brief- und Paketsparte der Deutschen Post. Außer den Geschäftskunden der Paketsparte müssen auch Verlage ab dem kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen: "Im Presseversand müssen wir nächstes Jahr deutlich die Preise erhöhen", kündigte Post-Vertriebschef Martin Linde laut dem Handelsblatt-Bericht  intern an. 


Konzernchef Frank Appel begründet die Preiserhöhung im Interview mit der Zeitung auch mit den geringeren Stückzahlen: "Das ist nur die logische Konsequenz. Wenn es rückläufige Mengen gibt, fällt man automatisch in eine schlechtere Kostenstruktur. Unser Aufwand für das Verteilnetz ist fix. So steigen mit sinkenden Mengen die Stückkosten." 

Dass die Post sich mit höheren Preisen selbst ins Fleisch schneidet und den Verlust weiterer Kunden riskiert, glaubt Appel indes nicht. Preiserhöhungen seien zwar tatsächlich "eine Gratwanderung". Das Verschwinden von Zeitungstiteln liege aber kaum daran, dass die Post das Porto erhöhe. "Denn das ist sicherlich nur ein geringer Bestandteil der Kosten." 


Tatsächlich sind Druck und Vertrieb wesentliche Kostenfaktoren für Verlage. Der ADAC hat kürzlich beschlossen, den Vertrieb seiner Kundenzeitschrift ADAC Motorwelt aus Kostengründen einzustellen. Auch die alternative Berliner Tageszeitung taz erwägt, ihre tägliche Print-Ausgabe ab 2022 einzustellen und bis auf die Wochenendausgabe nur noch auf digitale Produkte zu setzen. dh
stats