Vermarkter

WDR Mediagroup schließt Umbau ab

Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR Mediagroup
© WDR Mediagroup
Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR Mediagroup
Die WDR Mediagroup hat ihren Umbau beendet. Mit der neuen Struktur sei man nun deutlich schlagkräfiger als zuvor, teilt die kommerzielle WDR-Tochter mit. Der Umbau war wegen der 2016 von der Landesregierung beschlossenen Reduzierung der Werbezeiten im Radio notwendig geworden. Die WDR Mediagroup konzentriert sich nun wieder in erster Linie auf ihr Kerngeschäft, die Vermarktung von Werbezeiten und die Rechteverwertung.
Zur Erinnerung: Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hatte 2016 beschlossen, dass der WDR ab 2019 nur noch auf einem Radiosender Werbung ausstrahlen darf, und das im Monatsschnitt auch nur für 60 Minuten am Tag. Die WDR Mediagroup wurde von der Entscheidung kalt erwischt und musste mit einer umfangreichen Restrukturierung auf die zu erwartenden Umsatzeinbußen reagieren.


Im Zuge der Neuausrichtung trennte sich der Vermarkter auch von mehreren Geschäftsbereichen, wie zum Beispiel einem Callcenter, einem eigenen Ladengeschäft mit Merchandisingartikeln rund um die "Sendung mit der Maus" und dem Onlinehandel. "
Zudem haben wir die Führungsebenen gestrafft und überall im Unternehmen genau hingeschaut, wo wir die uns aufgetragenen und notwendigen Einsparziele am besten erreichen können", betont Frank Nielebock, einer von zwei Geschäftsführern der WDR Mediagroup. Mit dem Umbau fielen von zuvor 470 Arbeitsplätzen über 150 Stellen weg, darunter auch mehrere Positionen auf der Führungsebene. Für die Zukunft sieht sich die WDR Mediagroup nun gut aufgestellt: "Nun sind wir bereits heute, im April 2019, ein deutlich schlagkräftigeres Unternehmen, das wirtschaftlich erfolgreich agiert und auf einen hoch kompetetiven Markt vorbereitet ist", betont Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR Mediagroup. Eigentlich sollte der Umbau erst 2021 abgeschlossen werden.

Allerdings gebe es für die Zukunft noch "gewisse Unsicherheiten", wie Management und Geschäftsführung betonen: "
Das liegt vor allem an externen Einflüssen wie zum Beispiel der Diskussion über die zukünftige Ausrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, an noch ausstehenden medienpolitischen Entscheidungen zum Radiomarkt NRW und nicht zuletzt an den vielfältigen disruptiven Entwicklungen." Das Unternehmen verweist unter anderem auf Streaminganbieter, die den Markt in einem enormen Tempo verändern würden. Entsprechend müsse die WDR Mediagroup künftig "noch genauer schauen, wo sie im Markt steht und entsprechend handeln". dh
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