Verdacht der Untreue

RBB-Rundfunkrat beruft Juristische Direktorin Lange ab

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Im Zuge des Skandals um die fristlos entlassene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger muss nun auch die Juristische Direktorin des Senders gehen
© IMAGO / Schöning
Im Zuge des Skandals um die fristlos entlassene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger muss nun auch die Juristische Direktorin des Senders gehen
Die Juristische Direktorin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), Susann Lange, ist abberufen worden. Das teilte Interims-Intendantin Katrin Vernau am Donnerstag bei der Rundfunkratssitzung in Berlin mit. Das Kontrollgremium habe der Abberufung auf Vorschlag Vernaus gemäß RBB-Staatsvertrag in der Sitzung zugestimmt. Der Sender nannte aus Gründen des Persönlichkeits- und Datenschutzes keine weiteren Details.

Lange gehörte bislang zur Geschäftsleitung des krisengeschüttelten öffentlich-rechtlichen ARD-Senders. Im Oktober war bekanntgeworden, dass der RBB Lange vorerst von ihren Dienstpflichten entbunden hatte. Damals hieß es vom Sender, dies geschehe im gegenseitigen Einvernehmen und bis zur Klärung von Vorwürfen.


Kurz davor war bekanntgeworden, dass die Generalstaatsanwaltschaft Berlin inmitten der RBB-Affäre um Vetternwirtschaft die Ermittlungen auf weitere Geschäftsleitungsmitglieder ausweitete, dazu zählt Lange. Es geht um den Verdacht der Untreue und Beihilfe zur Untreue mit Blick auf die Einführung eines variablen Vergütungssystems und Gehaltfortzahlungen an Mitarbeiter, die keine Beschäftigung mehr ausüben.

Im Zentrum des RBB-Skandals um Filzvorwürfe stehen die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger und der zurückgetretene Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf. Beide wiesen Vorwürfe zurück. Auch die Geschäftsleitung um Schlesinger geriet ins Blickfeld. Es gab inmitten des Skandals mehrere personelle Konsequenzen.

Langes Aufgaben übernimmt nach RBB-Angaben wie bereits in der Vergangenheit die stellvertretende Justiziarin, Kerstin Skiba. "Die Direktions-Position bleibt unbesetzt." dpa

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