Verbotene Absprachen

Bundeskartellamt verhängt Bußgelder gegen acht Lesezirkel-Unternehmen

Acht Anbieter von Lesezirkel-Heften hatten sich abgesprochen
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Acht Anbieter von Lesezirkel-Heften hatten sich abgesprochen
Das Bundeskartellamt hat gegen acht Lesezirkel-Anbieter Bußgelder in Höhe von insgesamt drei Millionen Euro verhängt. Ein bundesweit agierendes Unternehmen hatte sich mit sieben regionalen Anbietern darauf geeinigt, sich gegenseitig keine Kunden abzuwerben. 
Bei dem bundesweiten Lesezirkel-Anbieter handelt es sich um die Daheim Liefer-Service GmbH, ein Tochterunternehmen der Ganske Verlagsgruppe. Die regionalen Lesezirkel sind die Werbeagentur Lesezirkel Brabandt LZ plus Media GmbH, Aalen, die Lesezirkel Dörsch GmbH & Co. KG, Nürnberg, die Lesezirkel Detlef Krumbeck GmbH, Pinneberg, die Lesezirkel Die Medien-Palette GmbH & Co. KG, Hamm, die Lesezirkel Media-Collection GmbH, Vellmar, die Lesezirkel "Die Hanse" GmbH, Vellmar und die Firma Hettling's LeseZirkel. 


Daheim Liefer-Service hatte mit den regionalen Anbietern jeweils bilaterale Absprachen getroffen, sich gegenseitige keine Kunden abzuwerben, die Zeitschriften öffentlich auslegen, also zum Beispiel Arztpraxen und Friseursalons. Sollte es trotzdem zu einem Wechsel des Lesezirkel-Anbieters kommen, sollte das andere Unternehmen dem Konkurrenten dafür einen anderen Kunden überlassen. 

"Die in Arztpraxen, Friseursalons oder Gaststätten ausliegenden Zeitschriften sind oft über Lesezirkel-Anbieter gemietet. Die Absprachen der Lesezirkel-Anbieter zielten darauf ab, das gegenseitige Abwerben solcher geschäftlicher Kunden zu vermeiden. Durch die Kundenaufteilung wurde ein Preiswettbewerb zwischen den Lesezirkel-Anbietern vermieden", erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. 


Die Unternehmen haben die verhängten Bußgelder akzeptiert. Zwei Unternehmen haben bei der Aufklärung des Falles mit dem Bundekartellamt kooperiert und müssen daher eine geringere Strafe berappen. dh
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