Vaunet-Analyse

Acht Millionen Deutsche schauen Pay-TV

   Artikel anhören
Streaming und Pay-TV-Angebote boomen
© Glenn Carstens-Peters/Unsplash
Streaming und Pay-TV-Angebote boomen
Immer mehr Deutsche nutzen Pay-TV und kostenpflichtige Video-on-Demand-Angebote. Das geht aus einer Analyse des Branchenverbands Vaunet hervor, der am Dienstag vorgestellt wurde. Eine Prognose für das laufende Jahr gibt der Verband Privater Medien aber nicht ab: Auch wenn die Coronakrise die Nutzung von Bewegtbildangeboten beflügelt hat, haben die Anbieter mit dem Folgen der Coronakrise zu kämpfen. 
Für das Jahr 2019 kann die Branche indes erfreuliche Zahlen vermelden: So ist die Zahl der Pay-TV-Abonnenten im vergangenen Jahr von 7,8 Millionen auf 8 Millionen zahlende Kunden gestiegen. Die Reichweite der von der AGF erfassten Pay-TV-Programme stieg im vergangenen Jahr um 400.000 auf 16,4 Millionen Zuschauer pro Monat. Im ersten Halbjahr 2020 stieg die Netto-Reichweite weiter an auf durchschnittlich 17,1 Millionen Zuschauer pro Monat.


Noch schneller als die Zahl der Pay-TV-Kunden stieg die Nutzerzahl von kostenpflichtigen Video-on-Demand-Angeboten (SVoD), die im 4. Quartal 2019 bei 13,4 Millionen lag. Im Vorjahreszeitraum waren es erst 11,1 Millionen. Streaming löst dabei in vielen Haushalten die DVD ab: Die Zahl der Konsumenten, die DVDs und Blu-Rays kauft oder ausleiht, ist seit Jahren rückläufig.

Der Gesamtumsatz mit kostenpflichtigen Videoinhalten (Pay-TV und Video-on-Demand) stieg von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 3,9 Milliarden, wobei Streamingangebote der Hauptwachstumstreiber sind: Der Umsatz im Bereich SVoD stieg auf 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 0,9 Mrd.), Pay-TV kommt auf ein Umsatzvolumen von 2,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,3 Mrd.). 


Für das laufende Jahr will der Verband keine Prognose abgeben. Die Nutzung von Videoinhalten ist durch die Corona-Pandemie zwar gestiegen, allerdings sind die wirtschaftlichen Folgen der Krise noch nicht absehbar. "Die Nachfrage der Deutschen nach hochwertigen TV- und Bewegtbildinhalten ist enorm und in der Corona-Zeit nochmals deutlich gestiegen. Aber auch Pay-TV- und VoD-Anbieter haben mit den Folgen des wirtschaftlichen Shutdowns zu kämpfen", erklärt Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg. "Eine besondere Herausforderung liegt im wieder Hochfahren geplanter Produktionen mit Blick auf die Corona bedingten Ausfallrisiken. Durch die Einrichtung eines Ausfallfonds auch für TV-Produktionen könnte die Politik hier einiges bewegen." 

Katharina Behrends, Managing Director von NBC Universal Global Networks Deutschland (13th Street, Syfy) und Vorsitzende des Arbeitskreises Pay-TV im Vaunet, ist dennoch optimistisch: "Über 100 Pay-TV-Programme bieten dem deutschen Publikum ein einzigartiges Programmerlebnis. Die Pay-TV-Sender investieren zunehmend in linear und nonlinear verfügbare Inhalte sowie exklusive Eigenproduktionen – auch am Produktionsstandort Deutschland – und wollen das trotz Corona bedingter Auflagen und Risiken auch weiter tun. Denn das Zuschauerinteresse ist riesig und wir glauben an weiteres Wachstumspotenzial im Markt." dh
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats