US-Medienpolitik

Trump will Abos kritischer Zeitungen nicht erneuern

US-Präsident Donald Trump macht es wie jedermann: Weil ihm die Berichte nicht passen, werden Abos nicht erneuert
© Gerd Altmann auf Pixabay
US-Präsident Donald Trump macht es wie jedermann: Weil ihm die Berichte nicht passen, werden Abos nicht erneuert
Die "New York Times" und die "Washington Post" werden wegen ihrer kritischen Berichterstattung immer wieder zum Ziel von Angriffen von US-Präsident Donald Trump. Nun will das Weiße Haus, dass Bundesbehörden die beiden Publikationen künftig nicht mehr beziehen.
"Die Abonnements über alle Bundesbehörden hinweg nicht zu erneuern, wird eine erhebliche Kostenersparnis für Steuerzahler bedeuten – Hunderttausende Dollar", teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Stephanie Grisham, am Donnerstag (Ortszeit) mit. Aus Grishams Mitteilung ging nicht hervor, wie Bundesbehörden konkret dazu gebracht werden sollen, die beiden Zeitungen nicht mehr zu beziehen. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter, das Weiße Haus arbeite daran, eine entsprechende Direktive umzusetzen.


Trump wirft den beiden Zeitungen und anderen Medien, die kritisch über ihn berichten, regelmäßig die Verbreitung von "Fake News" vor.

Kritiker beschuldigen Trump, einer der größten Verbreiter von "Fake News" zu sein. Nach den Faktencheckern der "Washington Post" hat Trump in seinen ersten knapp 1000 Tagen im Amt 13 435 falsche oder irreführende Aussagen getätigt.


Trump hatte dem Sender Fox News am Montag gesagt, die "New York Times" sei eine "Fake-Zeitung", die er nicht mehr im Weißen Haus haben wolle. Vermutlich werde das Weiße Haus den Bezug der "New York Times" und auch der "Washington Post" stoppen. Im vergangenen Monat hatte Trump die beiden Zeitungen – die zu den führenden Qualitätsmedien in den USA gehören und auch international einen hervorragenden Ruf genießen – in einem Tweet als "Feinde des Volkes" bezeichnet.

Die "New York Times" hatte zuletzt von ihrer Berichterstattung über Trump profitiert, das schlug sich am Interesse der Leserinnen und Leser nieder, wie der Spiegel ergänzend berichtet. Im August 2018 verkaufte die "NYT" demnach allein 2,9 Millionen Online-Abos, die "Washington Post" hatte im selben Jahr eine Digitalauflage von einer Million.
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