US-Medienkonzern

Deutsche Vice-Ableger müssen ohne eigene Teams auskommen

Vice setzt den Rotstift an
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Vice setzt den Rotstift an
Erst kürzlich kündigte Vice den Abbau von rund zehn Prozent der weltweit 2500 Stellen an, nun werden auch in Deutschland die ersten Folgen der Kürzungen sichtbar. Das Unternehmen konzentriert sich in der DACH-Region künftig auf die Kernmarke Vice.com, Ableger wie Broadly oder Noisey werden künftig nicht mehr mit eigenen, lokalen Inhalten gefüllt.
Offiziell teilt Vice mit, man setze "im Rahmen der internationalen Strategie in der DACH-Region verstärkt auf die Kernmarke Vice.com". Aufgrund der neuen Strukturierungen komme es außerdem zu "organisatorischen Veränderungen an den Standorten". Im Klartext: Auch die Standorte in der DACH-Region - Vice hat Büros in Berlin, Düsseldorf, Wien und Zürich - kommen wohl nicht ungeschoren davon. Auf Nachfrage will Vice Stellenstreichungen nicht bestätigen, dementiert sie aber auch nicht. 


Auch inhaltlich wird der Rotstift angesetzt: Die diversen Ableger von Vice.com - das Unternehmen hat neben der Hauptmarke Vice eine ganze Reihe von thematischen Ablegern etwa für Musik oder Food etabliert - werden hierzulande künftig nur noch mit internationalen Inhalten bestückt, die teilweise auf deutsch übersetzt werden. Bislang hatten die Websites Motherboard, Broadly, Noisey, Munchies und i-D für ihre deutschsprachigen Ausgaben jeweils eigene Redaktionsteams. Aktuell beschäftigt Vice.com in Deutschland zwölf Redakteure. 

"Wir stärken unseren Markenkern Vice.com, für den lokaler Content ein wichtiger Antreiber bleibt", erklärt Stefan Häckel, CEO von Vice in der DACH-Region: "Wir werden in Wien, Zürich und Berlin weiterhin journalistische Inhalte für junge Menschen produzieren." Zugleich betont das Unternehmen, dass das Publishinggeschäft nur "einen kleineren Teil des Gesamtumsatzes" in der DACH-Region ausmache. Der Großteil des Umsatzes werde von den Vice Studios & TV und der hauseigenen Agentur Virtue generiert. Diese Wachstumsfelder wolle man weiter ausbauen. 


In Berlin hatten die Mitarbeiter wegen des drohenden Stellenabbaus erst in der vergangenen Woche die Gründung eines Betriebsrats beschlossen. Dieser wird sich aber wohl erst in einigen Wochen konstituieren. dh 
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