Unterdrückung der Pressefreiheit

Reporter ohne Grenzen bilanziert 2019 weltweit 49 getötete Medienschaffende

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Weltweit ist die Lage für Medienschaffende 2019 überwiegend schwierig oder sogar sehr ernst
© Reporter ohne Grenzen (Screenshot)
Weltweit ist die Lage für Medienschaffende 2019 überwiegend schwierig oder sogar sehr ernst
Seit Jahresbeginn wurden weltweit mindestens 49 Medienschaffende getötet, zur Zeit sitzen 389 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Gefängnis, fast die Hälfte davon in China, Ägypten und Saudi-Arabien. Das geht aus der Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019 von Reporter ohne Grenzen (ROG) hervor.
In China, Ägypten und Saudi-Arabien hätten die Regierungen den Druck auf Medienleute weiter verschärft, erklärte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske anlässlich der Jahresbilanz zur Pressefreiheit in Berlin. Laut ROG sind allein in China 120 Medienschaffende im Gefängnis. Mehr als 40 Prozent davon seien Bürgerjournalisten, die trotz der verschärften Zensur versucht hätten, über die sozialen Netzwerke unabhängige Informationen zu verbreiten. Die meisten der 2019 hinzugekommen Gefangenen gehörten der muslimischen Minderheit der Uiguren an.


Mindestens 49 Journalisten und andere Medienschaffende wurden laut ROG seit Jahresbeginn weltweit wegen ihrer Arbeit getötet – weit mehr als die Hälfte von ihnen in fünf Ländern: Syrien, Mexiko, Afghanistan, Pakistan und Somalia. Zwar seien deutlich weniger Medienschaffende in bewaffneten Konflikten ums Leben gekommen als in früheren Jahren. Ein Land im Friedenszustand wie Mexiko sei aber heute für Journalisten ebenso gefährlich wie das Bürgerkriegsland Syrien, sagte Rediske weiter. Im Vorjahreszeitraum 2018 waren es 86 Getötete gewesen. Die Organisation betrachtet jeweils die Zeitspanne von Jahresbeginn bis 1. Dezember.

Die Länder mit den meisten getöteten Journalisten waren Syrien (10 Medienschaffende getötet), Mexiko (10), Afghanistan (5), Pakistan (4) und Somalia (3). In ganz Lateinamerika wurden 14 Journalisten getötet.


Derzeit seien 389 Medienschaffende aufgrund ihrer Tätigkeit im Gefängnis, 12 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte die Organisation in Berlin weiter mit. Von den inhaftierten Journalisten sitze fast die Hälfte in drei Ländern hinter Gitter: In China (120), Ägypten (34) und Saudi-Arabien (32), wie aus der Jahresbilanz hervorgeht. In Ägypten und Saudi-Arabien seien die meisten Inhaftierten ohne Urteil oder Anklage im Gefängnis.

In der Türkei seien zwar im Laufe des Jahres Dutzende Journalisten nach Haftstrafen freigelassen worden. Doch mehrere von ihnen wurden nach kurzer Zeit wieder inhaftiert. Das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung sei sogar gestiegen, heiß es im ROG-Bericht.

Weltweit waren bis zum 1. Dezember 57 Medienschaffende entführt: 30 in Syrien, 15 im Jemen, 11 im Irak und 1 in der Ukraine. Die Huthi-Rebellen im Jemen und die Separatisten im Osten der Ukraine behandelten Geiseln als "Häftlinge", denen sie schwere Verbrechen anlasteten und die sie zu hohen Strafen verurteilten. dpa
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