Umstrittenes Arbeitspapier

ARD-"Framing Manual" in der Diskussion - Kosten von 120.000 Euro

BR-Intendant Ulrich Wilhelm
BR-Intendant Ulrich Wilhelm
Die Kosten für das umstrittene "Framing Manual" und die damit verbundenen Workshops lagen der ARD zufolge bei 120.000 Euro. Die Initiative, sich mit Sprache und ihrer Wirkung eingehender zu beschäftigen, reiche zurück in die Zeit vor rund zwei Jahren, als Medien generell stark kritisiert wurden, teilte der ARD-Vorsitzende und Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, am Dienstag mit. Damals lag der ARD-Vorsitz beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

Der MDR habe die Sprachforscherin Elisabeth Wehling um ihre wissenschaftliche Einschätzung gebeten. "Die Kosten für die Arbeitsunterlage und begleitende Workshops beliefen sich auf 90 000 Euro, die der MDR als ARD-Vorsitzanstalt bezahlt hat." Weitere 30.000 Euro habe das ARD-Generalsekretariat für Folgeworkshops bezahlt. 



"Die Aufregung um das Papier halte ich für völlig übertrieben", so Wilhlem. "Es handelt sich um eine Workshop-Unterlage von 2017 und nicht um eine verbindliche Kommunikationsstrategie oder um eine Handlungsanweisung an die Mitarbeitenden." Jede Landesrundfunkanstalt habe frei entschieden, wie sie mit den Erkenntnissen umgehe. 

ARD-Chefredakteur Rainald Becker hätte einen offeneren Umgang mit dem "Framing Manual" gut gefunden. Am Sonntag hat die Plattform Netzpolitik.org das 89-seitige Papier der Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin Elisabeth Wehling ins Internet gestellt. "Ich finde es okay, dass Netzpolitik.org es veröffentlicht hat", sagte Becker am Dienstag. "Wir hätten es aber selbst veröffentlichen sollen, dann hätte jeder sich ein Bild davon machen können. Wir haben nichts zu verbergen." dpa


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